Porträt

Litar entwickelt und fördert Projekte in den Bereichen Literatur, literarische Übersetzung und Medien. Litar will Akzente setzen, Neues entdecken und wenig Bekanntes ins Gespräch bringen. Dazu arbeitet Litar mit thematischen Schwerpunkten: Die Programme laufen über mehrere Jahre und umfassen unterschiedliche Vermittlungsformate wie Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen. Die Projekte werden allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen durchgeführt. 

Litar ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Zürich. Ein Hauptzweck der Stiftung ist die Förderung des Übersetzerhauses Looren im Zürcher Oberland. Seit 2018 hat Litar eine Geschäftsstelle und entwickelt ein eigenes Programm. Litar nimmt keine Fördergesuche entgegen.

Programme

Litar setzt auf thematische Programme, die über mehrere Jahre laufen. Das Ziel ist, Neugier zu wecken für literarische Inhalte jenseits der bekannten Pfade. In einer schnelllebigen Welt nimmt sich Litar Zeit für eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem Thema. Zeit für Vertiefung und Vernetzung, die sich regional, national und international entfalten und weit über das jeweilige Programmfeld hinaus wirken kann. 

Damian Le Bas, Crisis Time / Refugee Could Be You Could Be Me, 2016 | Foto: Kai Dikhas, Diego Castellano Cano

Weltenweit 
Literatur der Jenischen, Sinti und Roma

Jenische und Sinti sind, im Unterschied zu den Roma, seit 2016 als nationale Minderheiten der Schweiz anerkannt. Ihre Kultur ist reich – doch kaum bekannt. Unter dem Titel Weltenweit rückt Litar seit 2019 die Literatur und Kultur der Jenischen, Sinti und Roma in den Mittelpunkt. In Kooperation mit weiteren Institutionen finden Veranstaltungen an vielen Orten in der Schweiz und in Österreich statt. Lesungen, Lehrveranstaltungen, Podien sowie literarische Spaziergänge und künstlerische Performances erschliessen neue literarische Welten. Kulturtage und Märkte ermöglichen Begegnungen auf Augenhöhe und bieten Einblick in die Sprache und Alltagskultur der Jenischen, Sinti und Roma heute. Mehr...

 

Weltenweit – Lesen Sie weiter…

Wir präsentieren eine wachsende Sammlung mit Literatur der Jenischen, Sinti und Roma. Literaturtipps von Jenischen und Nichtjenischen, Autorinnen und Forschern, Schauspielerinnen, Herausgebern und vielen weiteren Literaturbegeisterten…  
Für alle, die von zu Hause neue Literaturwelten erkunden wollen. Zum Schmökern und Weiterlesen.

1 – Jovan Nikolić: Zimmer mit Rad. Lesetipp von Viviane Egli. Mehr…

2 – Mariella Mehr: Cerberus / Vor deiner Tür. Lesetipp von Lilly Friedrich. Mehr

3 – Georgi Parushev: Irrenhaus für Zigeuner. Lesetipp von Wilfried Ihrig. Mehr…

4 – Ilija Jovanović: Bündel – Vom Wegrand – Mein Nest in deinem Haar. Lesetipp von Melitta Depner. Mehr…

5 – Olimpio Cari: Unterwegs. Spuren einer Zigeunerkindheit. Lesetipp von Regina Füchslin. Mehr…

6 – Ruždija Sejdović und Nebojša Lujanović. Lesetipps von Jovan Nikolić. Mehr…

7 – Das Buch der Ränder: Roma-Lyrik aus Ungarn. Lesetipp von Anita Awosusi. Mehr…

8 – Simone Schönett: Andere Akkorde. Lesetipp von Heidi Schleich. Mehr…

9 – Clo Meyer: Unkraut der Landstrasse. Lesetipp von Willi Wottreng. Mehr…

10 – Jenische Reminiszenzen. Geschichte(n), Gedichte. Lesetipp von Heidi Schleich. Mehr…

11 – Diana Norma Szokolyai: Unter demselben Mond. Lesetipp von Ulrich Janetzki. Mehr…

12 – Djiparmissa. Klassische deutsche Gedichte auf Romanes. Lesetipp von Dotschy Reinhardt. Mehr…

13 – József Holdosi: Die gekrönten Schlangen. Lesetipp von Karl-Markus Gauß. Mehr …

 

Aktuell
Mariella Mehr «fröhlich verwildern». Geschichten und Gedichte
Zürich, SJW-Verlag

Illustrationen von Isabel Peterhans
Nachwort von Christa Baumberger 
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«Voices of…»

Das Programm «Voices of…» blickt über die Grenzen von Europa hinaus und fragt: Was geschieht in Afrika, Asien und Lateinamerika literarisch? Sehr viel! Doch vieles wird bis heute in der Schweiz wenig wahrgenommen.

«Voices of…» gibt literarischen Stimmen aus diesen Kontinenten Raum. Es umfasst eine wachsende Anzahl an Literatur- und Übersetzungsprojekten.

Afrika lesen
Artikelsammlung Al Imfeld

Der Schweizer Theologe und Afrikajournalist Al Imfeld (1935-2017) war einer der ersten im deutschen Sprachraum, der sich für die Literaturen aus Afrika einsetzte und persönlichen Kontakt zu vielen Autorinnen und Autoren pflegte. Sein Nachlass befindet sich als Teil des Archivs der Missionsgesellschaft Immensee im Staatsarchiv Luzern. Als Basis für seine publizistische Arbeit legte Al Imfeld während Jahrzehnten auch eine umfangreiche Sammlung mit Zeitungsartikeln zu den Literaturen des gesamten afrikanischen Kontinents an. Sie enthält Zeitungsartikel, Essays und Fachaufsätze sowie einzelne literarische Texte, Manuskripte, Briefe. Die Sammlung bietet einen breiten historischen Überblick über die Rezeption afrikanischer Literatur in Europa von 1950 bis heute, und sie greift ein in die aktuelle Debatte zu unserem Umgang mit den Literaturen und Kulturgütern aus Afrika.

Litar konnte diese Sammlung im Frühjahr 2020 von Artlink, Büro für Kulturkooperation übernehmen: artlink.ch
 

Aktuell
Die Sammlung wird ab Herbst 2020 erschlossen.
 

Weltenweit – Lesen Sie weiter …
Literaturtipps

Statt einer Agenda finden Sie hier eine wachsende Sammlung mit Literatur der Jenischen, Sinti und Roma. Lesetipps für alle, die von zu Hause aus neue und unbekannte Literaturwelten erkunden wollen.

Weltenweite Sammlung

Die Empfehlungen stammen von Jenischen und Nichtjenischen, Autoren und Forscherinnen, Kennern und Künstlerinnen, Schauspielerinnen und Herausgebern und vielen weiteren Literaturbegeisterten…  
Jeder Eintrag stellt ein Buch, eine Geschichte oder ein Gedicht vor. Die Sammlung zeigt wie reich und vielfältig die Literatur der Jenischen, Sinti und Roma ist. Sie kennt keine Grenzen, die Autorinnen und Autoren sind in vielen unterschiedlichen Ländern Europas und der Welt zu Hause und sie schreiben in unzähligen Sprachen. Die meisten verfassen ihre Texte in der Mehrheitssprache ihres Landes, einige auch in Romanes. Die Übersetzung spielt eine wichtige Rolle – und viele Bücher sind in Kleinverlagen erschienen und zum Teil längst vergriffen. Es wäre wunderbar, wenn diese Sammlung zu einer Neuauflage einiger Texte beitragen könnte. 

 


Jovan Nikolić: Zimmer mit Rad | Gedichte und Prosa

«Der Band liegt leicht in der Hand, hat schweren, wunderbaren und partiell auch ironischen Inhalt - und macht reich.»

Lesetipp von Viviane Egli, Redakteurin Literaturzeitschrift orte

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Mariella Mehr: Cerberus – Vor deiner Tür | Gedichte

«Mit ihrer sprachlichen Urgewalt trifft sie mich mitten ins Herz.»

Lesetipp von Lilly Friedrich, Schauspielerin

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Georgi Parushev: Irrenhaus für Zigeuner | Gedicht

«Georgi Parushev schreibt über die furchtbare Psychiatrie aus der Sicht eines bulgarischen Roma-Dichters.»

Lesetipp von Wilfried Ihrig, Herausgeber «Moderner Poesie-Atlas der Roma und Sinti»

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Ilija Jovanović: Bündel – Vom Wegrand – Mein Nest in deinem Haar | Gedichte

«Seine Gedichte entführen die Leserschaft in die Welt, in der er als Rom in Serbien aufgewachsen ist.»

Lesetipp von Melitta Depner, Übersetzerin

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Olimpio Cari: Unterwegs. Spuren einer Zigeunerkindheit

«Eine Kindheit wie die geliebten reifen Hagebutten: süss und herb zugleich.»

Lesetipp von Regina Füchslin, Redakteurin Literaturzeitschrift orte

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6
Ruždija Sejdović und Nebojša Lujanović | Prosa
Moderner Poesie-Atlas der Sinti und Roma | Anthologie

«Perlen der Roma-Literatur.»

Lesetipps von Jovan Nikolić, serbischer Rom, Autor

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7
Das Buch der Ränder: Roma-Lyrik aus Ungarn | Anthologie

«Das kleine Buch der Ränder. Roma-Lyrik aus Ungarn spricht mir aus der Seele.»

Lesetipp von Anita Awosusi, Sintezza aus Deutschland. Autorin, Musikerin und Bürgerrechtlerin

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8
Simone Schönett: Andere Akkorde | Roman

«Die Utopie eines Roma-Staates ohne Territorium – Spannend und hoffnungsfroh, wenngleich nicht alles gelingt…»

Lesetipp von Heidi Schleich, Linguistin, Autorin von Das Jenische in Tirol

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9
Clo Meyer: Unkraut der Landstrasse | Historische Studie

«Ein ungewöhnliches Werk über die jenische Volksgruppe»

Lesetipp von Willi Wottreng, Schriftsteller und Geschäftsführer Radgenossenschaft der Landstrasse

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10
Jenische Reminiszenzen. Geschichte(n), Gedichte | Anthologie

«Eine gelungene Mischung aus Geschichte, Geschichten und Gedichten, begleitet von historischen Bildern und Fotos.»

Lesetipp von Heidi Schleich, Linguistin, Autorin von Das Jenische in Tirol

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11
Diana Norma Szokolyai: Unter demselben Mond | Gedicht

«Eine stille Empfindung von Aufgehobensein inmitten einer vom Mondlicht umarmten Gemeinschaft.»

Lesetipp von Ulrich Janetzki, Herausgeber Moderner Poesie-Atlas der Roma und Sinti

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12
Djiparmissa. Klassische deutsche Gedichte auf Romanes

«Als würde man ein volkstümliches Lied als Jazz Waltz interpretieren.»

Lesetipp von Dotschy Reinhardt, Sängerin, Autorin, Sinteza

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13
József Holdosi: Die gekrönten Schlangen | Roman

«Farbenprächtige Prosakunst, magischer Realismus aus Europa.»

Lesetipp von Karl-Markus Gauß, Schriftsteller und Herausgeber der Zeitschrift Literatur und Kritik

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Galerie Litar

Litar geht auf literarische Spurensuche.

Plakate und Aufschriften genauso wie Kunst im Stadtraum sind für alle sichtbar – und bleiben doch häufig unbemerkt. Litar zeigt ausgewählte Schriftbilder und Sprachkunst aus dem öffentlichen Raum.

Die Fotoserien werden begleitet von einem kurzen Text. Sie werden in loser Folge in der digitalen Galerie Litar präsentiert.

 

Thomas Hirschhorn: Robert Walser-Sculpture | Courtesy the artist, 2019

Thomas Hirschhorn «Robert Walser-Sculpture» | Biel/Bienne

«Ich habe Robert Walser versprochen, das zu machen», sagt Thomas Hirschhorn (*1957). Was? Keine Skulptur, sondern der Künstler baute für den Bieler Autor eine Stadt in der Stadt und sprayte seine Texte auf Sperrholz.

An Thomas Hirschhorns Robert Walser-Sculpture kam im Sommer 2019 niemand vorbei. Vor dem Bahnhof in Biel wurde man mit Transparenten empfangen: «Be an Outsider! Be a Hero! Be Robert Walser!» Mitten auf dem Platz eine wachsende, pulsierende, überbordende Robert Walser-Township aus Sperrholz und braunem Klebeband. Eine Stadt aus Holzverschlägen, in denen gezimmert, gekocht und gedichtet wurde. Schmale Gänge führten über Brücken zu Plätzen und Nischen und manchmal auch ins Nirgendwo. Mittendrin eine Arena mit einer offenen Bühne für alle, die sich zu Robert Walser oder zum Stand der Welt äussern wollten. Und das waren viele. Thomas Hirschhorns wollte kein Museum, sondern einen lebendigen Ort der Begegnung und des Dialogs schaffen: «Es geht nicht um Kultur, es geht nicht um Architektur. Die Menschen sind wichtig, nicht die Plattform. Die Menschen machen die Skulptur». 

Das Präsenz- und Produktionsprojekt wurde im September 2019 vollständig abgebaut, doch Robert Walsers Werk bleibt. Man kann es zwischen Buchdeckeln lesen oder in der Fotoserie auf Sperrholz entdecken.

 

Lawrence Weiner
«Ball bearings or round stones …» | Zürich

Der US-amerikanische Konzeptkünstler Lawrence Weiner (*1942) setzt Gedanken, Beine und Steine in Bewegung. Das dreisprachige Werk befindet sich an drei öffentlichen Plätzen in Zürich. Es bringt die Ziele von Litar anschaulich zum Ausdruck. Mehr... 

Kontakt

Die Geschäftsstelle von Litar befindet sich mitten im Kreis 4 in Zürich, an der Gartenhofstrasse 27. Eine symbolträchtige Strasse.

Nur einige Häuser weiter eröffnete Leonhard Ragaz Anfang der 1920er Jahre ein Zentrum für Arbeiterbildung. Und Clara Ragaz-Nadig engagierte sich in der internationalen Frauenbewegung. Gemeinsam widmeten sie sich seit dem Ersten Weltkrieg der Friedensarbeit.

 

Geschäftsstelle Litar © Ayse Yavas

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Litar

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Telefon +41 44 291 99 00
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Dr. Christa Baumberger
Leitung

 

Foto: Ayse Yavas

 Christa Baumberger © Ayse Yavas