Porträt

Litar entwickelt und fördert Projekte in den Bereichen Literatur, literarische Übersetzung und Medien. Litar will Akzente setzen, Neues entdecken und wenig Bekanntes ins Gespräch bringen. Dazu arbeitet Litar mit thematischen Schwerpunkten: Die Programme laufen über mehrere Jahre und umfassen unterschiedliche Vermittlungsformate wie Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen. Die Projekte werden allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen durchgeführt.

Litar ist eine gemeinnützige Stiftung, ein Hauptzweck der Stiftung ist die Förderung des Übersetzerhauses Looren im Zürcher Oberland. Seit 2020 hat Litar einen neuen Sitz in Zürich-Oberstrass. Die neue Galerie Litar bietet Raum für kleine Ausstellungen, Workshops und Veranstaltungen. Litar nimmt keine Fördergesuche entgegen.

Programme

Litar setzt auf thematische Programme, die über mehrere Jahre laufen. Das Ziel ist, Neugier zu wecken für literarische Inhalte jenseits der bekannten Pfade. In einer schnelllebigen Welt nimmt sich Litar Zeit für eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem Thema. Zeit für Vertiefung und Vernetzung, die sich regional, national und international entfalten und weit über das jeweilige Programmfeld hinaus wirken kann. 

Nachträglich aus der Gründungsgeschichte der Schweiz getilgt: Im Tagebuch (ab 1827) des in Borneo dienenden Louis Wyrsch wurden die Einträge über seine einheimische ‹Haushälterin› Ibu Silla herausgeschnitten. | Digitalisat: Bernhard C. Schär, Rechte: Staatsarchiv Nidwalden | Mehr ...

Stimmlos
Literatur und (Un-)Recht

Welche Stimmen hören wir und wem wird die Stimme versagt? Litar gibt Autorinnen und Autoren eine Stimme, die aus verschiedenen Gründen zu wenig gehört wurden. Manche waren in Anstalten interniert, administrativ versorgt oder sogar entmündigt. Andere haben sich ins Schweigen zurückgezogen und sind irgendwann verstummt. Geblieben sind schriftliche Spuren, Erzählungen und Romane, Lebensdokumente und manchmal auch bildnerische Werke. Das Programm «Stimmlos» versteht sich als ein Verstärker: Es folgt den leisen Stimmen, gibt Unerhörtem einen Raum und präsentiert Geschichten, die noch gar nicht aufgeschrieben sind.

Eine Installation in der Galerie Litar macht das Thema «Stimmlos» sinnlich erfahrbar. In einer begehbaren Zelle werden wechselnde Ausstellungen gezeigt. Es erklingen Stimmen, kombiniert mit Bildern, Fotografien und Filmen. Die Enge der Zelle lädt ein, Gedankengrenzen zu überschreiten.

Mehr Informationen zur Installation unter Galerie Litar.

Stimmkünstler Friedrich Glauser 

Friedrich Glauser (1896-1938) gehört heute zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten aber hatte er Mühe, Gehör zu finden. Rund zehn Jahre – fast ein Viertel seines Lebens – in Anstalten interniert, waren Briefe sein Weg zur Aussenwelt. In ihnen entwickelte er sich zu einem Stimmkünstler, der mit tausend Zungen reden konnte. 

Zu seinem 125. Geburtstag erteilen wir Friedrich Glauser das Wort: mit der Buchpublikation Friedrich Glauser «Jeder sucht sein Paradies …» und der Installation Friedrich Glausers Zelle in der Galerie Litar. Die Installation wird am 28. Mai 2021 eröffnet.
 

Veranstaltung 

Jeder sucht sein Paradies – ein Abend zu Friedrich Glauser 

Szenische Lesung mit der Herausgeberin Christa Baumberger und den Schauspielern Isabelle Menke und Thomas Douglas. Moderation: Isabelle Vonlanthen. Die Veranstaltung zum 125. Geburtstag von Friedrich Glauser im Literaturhaus Zürich wurde aufgezeichnet. 

Link zum Video:  Youtube

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Publikation

Friedrich Glauser. «Jeder sucht sein Paradies...»
Briefe, Berichte, Gespräche
Herausgegeben von Christa Baumberger
Illustrationen von Hannes Binder
Limmat Verlag Zürich, 2021

Friedrich Glauser gehört zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts. In diesem Band kann er neu entdeckt werden: anhand von Briefen, Berichten und Gesprächsprotokollen. Unmittelbar am Puls der Ereignisse begleiten die Stimmen der Freunde, Gefährtinnen, Redaktoren, des Vaters, der Vormunde und Psychiater Friedrich Glauser durch sein Leben. Mehr als die Hälfte der Dokumente wurden noch nie publiziert, und Glausers eigene Briefe faszinieren so sehr wie seine Literatur.

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Medienecho

«Eine unbedingte Empfehlung.»
Nora Eckert, literaturkritik.de, 13.04.2021

«Einen wunderbaren Thesaurus zu Glauser mit großartigen Graphiken von Hannes Binder (wer sonst?) hat die Zürcher Literaturwissenschaftlerin Christa Baumberger zusammengestellt: Über 500 Seiten Briefe und Dokumente, fast die Hälfte davon unveröffentlicht.»
Thomas Wörtche, culturmag.de, 01.04.2021

«‹Jeder sucht sein Paradies…› zeigt die widersprüchlichen Gesichter des Schriftstellers Friedrich Glauser.»
Rolf Hürzeler, kulturtipp 5, 2021

«Die Herausgeberin hat Glausers Korrespondenz chronologisch angeordnet und in einzelne Kapitel unterteilt, vor denen jeweils Einleitungen angebracht sind. Ansonsten stehen die Briefe für sich. Gerade deshalb lassen sie sich auf ganz unterschiedliche Weise lesen.»
Valerio Meuli, WOZ - Die Wochenzeitung, 11.03.2021

«Zusammen mit den reproduzierten Originalschriftstücken, Fotografien und Illustrationen von Hannes Binder ergibt sich eine spannende Collage zum Leben und Schreiben des bedeutenden Schweizer Autors.»
Michael Borrasch, Schwäbische Zeitung, 15.02.2021

«Die Zürcher Germanistin Christa Baumberger legt ein gewichtiges Lebenslesebuch vor, ein reichhaltiges Panorama seiner Korrespondenzen über ein Vierteljahrhundert ...»
Alexander Kluy, Buchkultur Magazin, 1/2021

Michael Luisier, Nicola Steiner, Franziska Hirsbrunner, SRF 1, Buchzeichen-Stammtischrunde, 09.02.2021

«Viele Stimmen zum Schweizer Schriftsteller, der Wachtmeister Studer erfunden hat, aber auch Dada konnte, kommen hier zusammen.»
Stefan Busz, züritipp, 08.02.2021

Eduard Erne, SRF Tagesschau, 04.02.2021, 125 Jahre Friedrich Glauser

«Dank des neuen Buches ‹Jeder sucht sein Paradies …› kann man Friedrich Glauser genauer sehen. Teils bislang unveröffentlichte Dokumente geben Einblick in Glausers Kampf um seine persönliche Freiheit, seinen Weg als Schriftsteller und die vielfältigen ‹Häutungsprozesse› seiner Seele.»
Franziska Hirsbrunner, SRF 2 Kultur aktuell, 04.02.2021

«Ein umfassendes Buch über Glausers enorme Textproduktion.»
Jean-Martin Büttner, Die Zeit, 03.02.2021

«Hannes Binder evoziert darin Glausers Paradiessuche (…) kongenial mit seinen Bildern.»
Charles Linsmayer, CH Media, 04.02.2021

«Ein ungemein lebendiges Zeugnis.»
Daniel Arnet, SonntagsBlick Magazin, 31.01.2021

«Ein aussergewöhnliches und minutiös recherchiertes Buch.» 
Tagblatt Zürich, 20.01.2021

 

Friedrich Glauser
Briefe und Dokumente

Ausgewählte Briefe zeigen den Stimmkünstler Friedrich Glauser. Die Briefe führen mitten hinein in das Netzwerk von Vater, Vormundschaftsbehörden, Psychiatrie und Polizei. Sichtbar wird erstmals auch ein zweites weibliches Netzwerk von Frauen, die Glauser emanzipiert und eigenständig umgeben. 
Die Reihe wird fortgeführt bis zur Eröffnung der Installation «Friedrich Glausers Zelle» am 28. Mai 2021.

 

Friedrich Glauser an Martha Ringier

Mai 1937

Vielen Dank für den Brief, maman Marthe, und für seinen Inhalt. Und sei nicht allzubös, wenn das Mulet etwas gespuckt hat gestern.

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Friedrich Glauser an Robert Schneider

Angles, 21. Dezember 1936

Lieber Herr Doktor,

vielen Dank für Ihren freundlichen Brief. Das Geld, das Sie uns annonciert haben, ist bis jetzt noch nicht eingetroffen. Ist das ein Fehler der Kasse?

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Friedrich Glauser und Berthe Bendel an Martha Ringier

Angles près Gué de Longroi
den 15. August 1936

Sehr verehrte gnädige Frau,

anbei erlaub ich mir Ihnen zur gefl. Kenntnisnahme eine Skizze genannt «Seppl» zu übermitteln mit der Bitte dieselbe auf ihre Eignung in Hinblick auf eine ev. Aufnahme im Tierschutzkalender zu prüfen.

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Friedrich Glauser an Berthe Bendel

Münchenbuchsee, [30. Juli 1935]

Sehr verehrtes Fräulein Bendel,

Unterzeichneter erlaubt sich höflichst anzufragen, ob Sie, verehrtes Fräulein, krank, unpassend, bös, verärgert, müde oder faul sind. Er hofft das Letztere.

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Ulrich Brauchli, Direktor der Anstalt Münsingen, an den Vormund Walter Schiller

Münsingen, den 14.VII.31

Sehr geehrter Herr Doktor!

Mit Gegenwärtigem erlauben wir uns, Sie zu ersuchen, Ihrem Mündel Herrn Friedrich Karl Glauser ein Taschengeld zuschicken zu wollen. Er hat nämlich nichts mehr zu rauchen.

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Friedrich Glauser an Max Müller

Liestal, den 11. März 1927

Lieber Herr Doktor,

Um es gleich zu sagen: ich bin wieder in meine alte Manie zurückgefallen, und habe mir bei einem Apotheker widerrechtlich Opiumtinktur angeeignet. 

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1925–1932: Anstalt, Analyse, Arbeit

Im Mai 1925 wird Friedrich Glauser aus Belgien in die Schweiz zurückgeschafft. In der Psychiatrischen Anstalt Münsingen beginnt er eine Psychoanalyse und taucht «wie ein Tiefseetaucher» in sein eigenes Inneres ab.

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Friedrich Glauser an die Zeitschrift Die Schweiz

Paris, Hôtel Suisse
Rue Lafayette 5,
den 29. Juni 1923

Sehr geehrter Herr Redaktor,

Als ich vor zwei Jahren die Schweiz verließ, ließ ich bei Ihnen eine Novelle «der Heide» druckfertig, deren Korrekturbogen ich schon durchgesehen hatte. 

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Friedrich Glauser an Elisabeth von Ruckteschell aus der Anstalt Burghölzli, Zürich

Samstag 14. Aug. 20

Für dich schreib ich das kleines Lison, weil ich allein bin und niemandem erzählen kann als dir. Es hätte keinen Sinn für mich zu schreiben. Dies ist nicht Pose oder Litteratur, sondern es ist ganz einfach so.

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Telegramm und Polizeirapport: Ausbruch aus der Irrenstation Holligen

Bern 30. Juli 1920

polizeikommando zuerich

Glauser friedrich karl, von muri, 1896, geisteskrank, sieh z.p.a. 1920 art 5103, ist letzte nacht aus der irrenstation holligen entwichen, offenbar unter mithilfe einer aeltern frauensperson namens ruckteschell aus zuerich stop

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Friedrich Glauser an Charles Glauser

Zürich den 4. März 1917

Lieber Vater

Soeben erfahre ich, dass du gedenkst mich unter Kuratel stellen zu lassen. Seit vier Wochen habe ich nichts von mir hören lassen, weil ich an einer Lungenentzündung im Spital krank lag. Es ist dies nicht meine Schuld.

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WordPlay XV (2013) © Wosene Worke Kosrof, Collection of Lawrence & Jacquelyn Fairchild, Napa, CA

«Voices of…»

Das Programm «Voices of…» blickt über die Grenzen von Europa hinaus und fragt: Was geschieht in Afrika, Asien und Lateinamerika literarisch? Sehr viel! Doch vieles wird bis heute in der Schweiz wenig wahrgenommen.

«Voices of…» gibt literarischen Stimmen aus diesen Kontinenten Raum. Es umfasst eine wachsende Anzahl an Literatur- und Übersetzungsprojekten.

 

Afrika lesen
Artikelsammlung Al Imfeld

Der Schweizer Theologe und Afrikajournalist Al Imfeld (1935-2017) war einer der ersten im deutschen Sprachraum, der sich für die Literaturen aus Afrika einsetzte und persönlichen Kontakt zu vielen Autorinnen und Autoren pflegte. Sein Nachlass befindet sich als Teil des Archivs der Missionsgesellschaft Immensee im Staatsarchiv Luzern. Als Basis für seine publizistische Arbeit legte Al Imfeld während Jahrzehnten auch eine umfangreiche Sammlung mit Artikeln zu den Literaturen des gesamten afrikanischen Kontinents an. Sie enthält Zeitungsartikel, Essays und Fachaufsätze sowie einzelne literarische Texte, Typoskripte, Briefe. Die Sammlung bietet einen breiten historischen Überblick über die Rezeption afrikanischer Literaturen in Europa von 1950 bis heute, und sie greift ein in die aktuelle Debatte zu unserem Umgang mit den Literaturen und Kulturgütern aus Afrika. Litar konnte die Artikelsammlung im Sommer 2020 übernehmen. Die Sammlung wird aktuell erschlossen.
 

Literaturmittag

Eine Gesprächsreihe zu den Literaturen aus dem afrikanischen Kontinent. Jeder «Literaturmittag» hat einen Gast und einen thematischen Schwerpunkt. Als Werkstattgespräche begleiten sie die laufende Erschliessung. Bereits zu Gast waren die Literaturvermittlerin Chudi Bürgi, der Filmemacher Mischa Hedinger, die Literaturwissenschaftlerin Ana Sobral, die Autorin Maaza Mengiste sowie die jungen Forscherinnen Nicole Schmid und Mariama Seck (in Kooperation mit dem Strauhof).

Die Runde ist offen, Gäste sind herzlich willkommen. Anmeldung unter: info@litar.ch

Die Literaturmittage finden bis auf Weiteres als Online-Veranstaltung statt. Sobald es die Situation erlaubt, laden wir wieder zur Tafelrunde mit Speis und Trank bei Litar ein.

Weitere Termine folgen (Ankündigung hier und in der Agenda).
 

Einblicke

Die Serie «Einblicke» präsentiert ausgewählte Dokumente aus der Sammlung Al Imfeld und beleuchtet in kurzen Interviews aktuelle Themen rund um die Literaturen aus Afrika.

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Literaturen unabhängiger afrikanischer Nationen von 1960 bis 1990

Ein Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Ana Sobral über die Rolle der postkolonialen Literatur bei der Nationenbildung und die drei Autoren Chinua Achebe, Ayi Kwei Armah und Ngugi wa Thiong’o.

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Ambivalente Vermittlerfiguren und die Rolle des Archivs bei der postkolonialen Aufarbeitung

Für seinen Film «African Mirror» hat Mischa Hedinger Archivalien aus dem Nachlass des Schweizer Ethnographen René Gardi verwendet. Ein Gespräch über die Entstehung seines Projekts, problematische Afrikabilder und die Rolle von Archiven bei der postkolonialen Aufarbeitung.

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Vierzig Jahre Vermittlung und Übersetzung afrikanischer Literaturen

Die Frankfurter Buchmesse 1980 als Wendepunkt? Der Artikel von Al Imfeld und Gerd Meuer ist ein Fund aus dem Archiv. Die Literaturvermittlerin Chudi Bürgi spannt im Gespräch einen weiten Bogen von den Anfängen 1980 bis zur gegenwärtigen Förderlandschaft.

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Damian Le Bas, Crisis Time / Refugee Could Be You Could Be Me, 2016 | Foto: Kai Dikhas, Diego Castellano Cano

Weltenweit 
Literatur der Jenischen, Sinti und Roma

Jenische und Sinti sind, im Unterschied zu den Roma, seit 2016 als nationale Minderheiten der Schweiz anerkannt. Ihre Kultur ist reich – doch kaum bekannt. Unter dem Titel Weltenweit rückt Litar seit 2019 die Literatur und Kultur der Jenischen, Sinti und Roma in den Mittelpunkt. In Kooperation mit weiteren Institutionen finden Veranstaltungen an vielen Orten in der Schweiz und in Österreich statt. Lesungen, Lehrveranstaltungen, Podien sowie literarische Spaziergänge und künstlerische Performances erschliessen neue literarische Welten. Kulturtage und Märkte ermöglichen Begegnungen auf Augenhöhe und bieten Einblick in die Sprache und Alltagskultur der Jenischen, Sinti und Roma heute. Mehr...
 

Agenda

Fr 28. Mai – Sa 10. Juli 2021
Stimmlos | Friedrich Glausers Zelle
Galerie Litar Zürich

Die begehbare Installation «Friedrich Glausers Zelle» gibt dem Autor eine Stimme und ermöglicht zu seinem 125. Geburtstag eine persönliche Begegnung. Begleitend werden Originalzeichnungen von Hannes Binder gezeigt.

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Fr 28. Mai 2021 | 17.00-20.00 Uhr
Stimmlos | Friedrich Glausers Zelle
Vernissage
Galerie Litar Zürich

Ab 17 Uhr Offene Zelle und Open House
18 Uhr Glauser-Spaziergang durch Zürich-Oberstrass mit Martin Dreyfus

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Sa 29. Mai 2021 | 14.00-15.30 Uhr
Stimmlos | Friedrich Glausers Zelle
«20 Minuten mit …» 
Galerie Litar Zürich

Tête-à-tête mit Marco Neuhaus, editorischer Mitarbeiter
Hier können Sie Ihren Termin buchen.

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Sa 5. Juni 2021 | 14.00-15.30 Uhr
Stimmlos | Friedrich Glausers Zelle
«20 Minuten mit …» 
Galerie Litar Zürich

Tête-à-tête mit Helmut Vogel, Schauspieler
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Sa 12. Juni 2021 | 14.00-15.30 Uhr
Stimmlos | Friedrich Glausers Zelle
«20 Minuten mit …» 
Galerie Litar Zürich

Tête-à-tête mit Christa Baumberger, Kuratorin | Herausgeberin
Hier können Sie Ihren Termin buchen.

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Sa 19. Juni 2021 | 14.00-15.30 Uhr
Stimmlos | Friedrich Glausers Zelle
«20 Minuten mit …» 
Galerie Litar Zürich

Tête-à-tête mit Lionel Felchlin, Übersetzer
Hier können Sie Ihren Termin buchen.

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Sa 26. Juni 2021 | 14.00-15.30 Uhr
Stimmlos | Friedrich Glausers Zelle
«20 Minuten mit …» 
Galerie Litar Zürich

Tête-à-tête mit Sabine Rufener, Illustratorin
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Sa 3. Juli 2021 | 14.00-15.30 Uhr
Stimmlos | Friedrich Glausers Zelle
«20 Minuten mit …» 
Galerie Litar Zürich

Tête-à-tête mit Ursula Hasler, Autorin
Hier können Sie Ihren Termin buchen.

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Sa 10. Juli 2021 | 14.00-15.30 Uhr
Stimmlos | Friedrich Glausers Zelle
Finissage 
Galerie Litar Zürich

Ab 13 Uhr Offene Zelle und Open House
15 Uhr Werkstattgespräch mit Hannes Binder und Christa Baumberger

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Vergangene Veranstaltungen finden Sie hier.

Galerie Litar

Die Galerie Litar zeigt wechselnde Ausstellungen und bietet Raum für Veranstaltungen in überschaubarem Rahmen. Der kubische Anbau einer ehemaligen Malerwerkstatt in Zürich-Oberstrass ergänzt den Sitz von Litar. Die grosse Fensterfront, die sich vollständig öffnen lässt, ist unser Fenster zur Welt und soll Tor zu uns sein fürs Quartier und für alle.

Galerie Litar © Zeljko Gataric

Die Zelle

In der Galerie Litar wird im Zuge des Programmes «Stimmlos» eine begehbare Zelle errichtet. Es handelt sich um eine skulpturale Installation. Diesen Raum im Raum betritt man einzeln oder zu zweit, und in wechselnden Ausstellungen geschieht immer wieder etwas anderes: Es erklingen Stimmen von Autor*innen, Foto- oder Videoprojektionen werden gezeigt, Originalbilder oder ein besonderes Buch präsentiert. Die Zelle lässt erahnen, was es bedeutet, aus- oder eingeschlossen und der eigenen Ausdrucksmöglichkeit beraubt zu sein. Gleichzeitig gibt die Zelle jenen Personen ihre Stimme zurück, die in unterschiedlicher Weise marginalisiert wurden. Die Zelle ist ein Klangraum für diese vielfältigen Stimmen.

 

Friedrich Glausers Zelle
28. Mai bis 10. Juli 2021

Heute gehört er zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts: Friedrich Glauser (1896–1938). Zu Lebzeiten aber hatte er Mühe, Gehör zu finden. Lange Jahre in psychiatrischen Anstalten und im Gefängnis eingeschlossen, waren Briefe der einzige Kontakt zur Aussenwelt.

Die begehbare Installation «Friedrich Glausers Zelle» gibt dem Autor eine Stimme und ermöglicht zu seinem 125. Geburtstag eine persönliche Begegnung. Unmittelbar am Puls der Ereignisse hört man Friedrich Glauser und viele seiner Weggefährten sprechen, darunter Freundinnen, Vormunde, Psychiater und Anstaltsdirektoren. Die enge Zelle lässt erahnen, was es bedeutet interniert zu sein. Begleitend sind in der Galerie Litar Zeichnungen des Illustrators Hannes Binder zu sehen. Inspiriert von den Briefen des Autors, zeigen sie die Weite von Glausers Gedankenwelt.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung: Tête-à-têtes mit Glauser-Kenner*innen, ein Glauser-Spaziergang durch Zürich-Oberstrass mit Martin Dreyfus und ein Werkstattgespräch mit Hannes Binder.

Vernissage: Freitag, 28. Mai, 17–20 Uhr
Installation: 28. Mai – 10. Juli 2021

Zur Agenda – Flyer zum Download

Kuratorin: Christa Baumberger, Litar 
Zeichnungen: Hannes Binder
Szenografie:  Klauser Lienhard Design Studio
Stimmen: Isabelle Menke, Thomas Douglas
Tête-à-têtes: Lionel Felchlin, Übersetzer; Ursula Hasler, Autorin; Marco Neuhaus, editorischer Mitarbeiter; Sabine Rufener, Illustratorin; Helmut Vogel, Schauspieler, und Christa Baumberger, Kuratorin/Herausgeberin 

Trouvaille

Litar geht auf literarische Spurensuche.

Plakate und Aufschriften genauso wie Kunst im Stadtraum sind für alle sichtbar – und bleiben doch häufig unbemerkt. Litar zeigt ausgewählte Schriftbilder und Sprachkunst aus dem öffentlichen Raum. Die Trouvaillen werden in loser Folge auf der Webseite von Litar präsentiert. Die Fotoserien werden begleitet von einem kurzen Text.

Haben auch Sie ein Schriftbild im öffentlichen Raum entdeckt? Teilen Sie uns Ihre Trouvaille mit auf info@litar.ch.

Katharina Cibulka: Solange | Courtesy the artist, 2020, Fotos: Florian Biber, Katharina Cibulka, Bernd Hofbauer

Katharina Cibulka «Solange» | Wien, Innsbruck, Rabat

200 bis 400 Quadratmeter gross ist das Kunstwerk der österreichischen Künstlerin Katharina Cibulka (*1975), und ähnlich gross sind auch die gesellschaftlichen Missstände, wenn es um die Gleichberechtigung der Geschlechter geht. Die Schweiz hat in Sachen Gleichberechtigung bis heute Aufholpotenzial. Gerade einmal fünfzig Jahre sind es her, dass mann den Frauen das Stimmrecht zugestanden hat. Hat sich das Problem seither erledigt? Nein! meinen die über 500 000 Demonstrantinnen, die am zweiten Schweizer Frauenstreik 2019 auf die Strasse gingen. Es gibt noch viel zu tun!

(Wie lange) müssen wir uns noch für Gleichberechtigung einsetzen oder haben wir den Gipfel der Emanzipation bereits erreicht? Für das interaktive Kunstprojekt «Solange» hat Katharina Cibulka unzählige Personen zum Thema Feminismus befragt. Statt zum Megaphon greift die Künstlerin zum Kabelbinder und stickt ihre Slogans im klassischen Kreuzstich auf die Gerüstnetze von Grossbaustellen rund um die Welt:

Solange Macht dazu verführt, Frauen zu missbrauchen, bin ich Feminist.

Solange Gott einen Bart hat, bin ich Feminist.

Solange Frauenpower als Energiequelle unterbewertet ist, bin ich Feministin.

Die riesigen Botschaften prangen unübersehbar in den Stadtzentren von Wien, Innsbruck, Rabat (Marokko) und an vielen weiteren Orten: Es sind klare Ansagen, gespickt mit pointiertem Wortwitz und Humor. Sie legen gesellschaftliche Machtstrukturen offen und regen zur Diskussion an. Das Jubiläumsjahr 2021 ist der perfekte Zeitpunkt, um das Kunstprojekt endlich auch in der Schweiz zu zeigen. Denn 50 Jahre Frauenstimmrecht Schweiz genügen nicht. Die Frage steht noch immer im Raum: (Wie lange) bist du Feministin? Solange … 

«Solange» wurde bereits an 14 Orten gezeigt, nur in der Schweiz noch nie. Falls Sie eine geeignete Baustelle kennen, so schreiben Sie an: info@litar.ch oder Instagram: @solange_theproject  

Weitere Informationen: katharina-cibulka.com

Thomas Hirschhorn
«Robert Walser-Sculpture» | Biel

Robert Walser anders lesen: Thomas Hirschhorn (*1957) machte es im Sommer 2019 möglich. Er baute in Biel aus Sperrholz, Klebband und mit unzähligen Walser-Texten eine «Robert Walser-Sculpture». Eine einzigartige Hommage an den grossen Bieler Autor. 

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Lawrence Weiner
«Ball bearings or round stones …» | Zürich

Der US-amerikanische Konzeptkünstler Lawrence Weiner (*1942) setzt Gedanken, Beine und Steine in Bewegung. Das dreisprachige Werk befindet sich an drei öffentlichen Plätzen in Zürich. Es bringt die Ziele von Litar anschaulich zum Ausdruck.

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Kontakt

Die Stiftung Litar hat in Zürich-Oberstrass ihren Sitz, an der Letzistrasse 23, 8006 Zürich. In einer ehemaligen Malerwerkstatt untergebracht, zentral und doch ruhig gelegen und umgeben von alten Bäumen, ist es der ideale Ort für die konzentrierte Arbeit an Projekten. Regelmässig finden bei Litar Veranstaltungen für ein überschaubares Publikum statt: Soireen, Workshops und Ausstellungen.

Litar ist erreichbar (bis Haltestelle Letzistrasse): 
- vom Hauptbahnhof Zürich mit Tram 10 (zehn Minuten) 
- vom Bellevue-Platz Zürich mit Tram 9 (zehn Minuten) 
- vom Flughafen Zürich mit Tram 10 (zwanzig Minuten) 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Litar © Zeljko Gataric

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Litar

Letzistrasse 23, CH-8006 Zürich
Telefon +41 44 291 99 00
info@litar.ch
www.litar.ch

 

Team

Christa Baumberger
Leitung

Christa Baumberger, Dr. phil., verantwortet das Programm und leitet den Betrieb. Als Literaturwissenschaftlerin, Kulturpublizistin und Kuratorin hat sie viel Erfahrung in der Leitung von Kulturprojekten, dazu gehören Publikationen, Ausstellungen und Veranstaltungen. Von 2009 bis 2018 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin am Schweizerischen Literaturarchiv der Nationalbibliothek.

Melissa Caflisch
Koordination und Kommunikation

Melissa Caflisch ist bei Litar für Kommunikation und Koordination zuständig. Nach dem Studium der Japanologie war sie in den letzten Jahren für die Öffentlichkeitsarbeit mehrerer kultureller Institutionen verantwortlich, etwa dem Festival CULTURESCAPES und zuletzt bei den Festspielen Zürich. Neben ihrem Engagement für Litar arbeitet sie für das Völkerkundemuseum Zürich.

Nicole Schmid
Projektmitarbeit «Afrika lesen»

Nicole Schmid ist Mitarbeiterin im Projekt «Afrika lesen» und erschliesst die Artikelsammlung von Al Imfeld. Neben ihrem Engagement für Litar ist sie für das Schauspielhaus Zürich tätig. Sie hat Literaturwissenschaft studiert und bereits in diversen Kulturinstitutionen in der Schweiz und im Ausland als Praktikantin mitgearbeitet, vom Strauhof Zürich bis zum Goethe-Institut Chicago.

© Ayse Yavas