Porträt

Litar entwickelt und fördert Projekte in den Bereichen Literatur, literarische Übersetzung und Medien. Litar will Akzente setzen, Neues entdecken und wenig Bekanntes ins Gespräch bringen. Dazu arbeitet Litar mit thematischen Schwerpunkten: Die Programme laufen über mehrere Jahre und umfassen unterschiedliche Vermittlungsformate wie Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen. Die Projekte werden allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen durchgeführt.

Litar ist eine gemeinnützige Stiftung, ein Hauptzweck der Stiftung ist die Förderung des Übersetzerhauses Looren im Zürcher Oberland. Seit 2020 hat Litar seinen Sitz in Zürich-Oberstrass. Die neue Galerie Litar bietet Raum für kleine Ausstellungen, Workshops und Veranstaltungen. Litar nimmt keine Fördergesuche entgegen.

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Wir freuen uns über Ihr Interesse an Litar. Unser Newsletter berichtet über laufende Projekte und Veranstaltungen. Der Newsletter wird vier- bis sechsmal pro Jahr versandt und kann jederzeit wieder abbestellt werden.

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Programme

Litar setzt auf thematische Programme, die über mehrere Jahre laufen. Das Ziel ist, Neugier zu wecken für literarische Inhalte jenseits der bekannten Pfade. In einer schnelllebigen Welt nimmt sich Litar Zeit für eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem Thema. Zeit für Vertiefung und Vernetzung, die sich regional, national und international entfalten und weit über das jeweilige Programmfeld hinaus wirken kann. 

Nachträglich aus der Gründungsgeschichte der Schweiz getilgt: Im Tagebuch (ab 1827) des in Borneo dienenden Louis Wyrsch wurden die Einträge über seine einheimische ‹Haushälterin› Ibu Silla herausgeschnitten. | Digitalisat: Bernhard C. Schär, Rechte: Staatsarchiv Nidwalden | Mehr ...

Stimmlos
Literatur und (Un-)Recht

Welche Stimmen hören wir und wem wird die Stimme versagt? Litar gibt Autorinnen und Autoren eine Stimme, die aus verschiedenen Gründen zu wenig gehört wurden. Manche waren in Anstalten interniert, administrativ versorgt oder sogar entmündigt. Andere haben sich ins Schweigen zurückgezogen und sind irgendwann verstummt. Geblieben sind schriftliche Spuren, Erzählungen und Romane, Lebensdokumente und manchmal auch bildnerische Werke. Das Programm «Stimmlos» versteht sich als ein Verstärker: Es folgt den leisen Stimmen, gibt Unerhörtem einen Raum und präsentiert Geschichten, die noch gar nicht aufgeschrieben sind.

Eine Installation in der Galerie Litar macht das Thema «Stimmlos» sinnlich erfahrbar. In einer begehbaren Zelle werden wechselnde Ausstellungen gezeigt. Es erklingen Stimmen, kombiniert mit Bildern, Fotografien und Filmen. Die Enge der Zelle lädt ein, Gedankengrenzen zu überschreiten.

Mehr Informationen zur Installation unter Galerie Litar.

Stimmkünstler Friedrich Glauser 

Friedrich Glauser (1896-1938) gehört heute zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten aber hatte er Mühe, Gehör zu finden. Rund zehn Jahre – fast ein Viertel seines Lebens – in Anstalten interniert, waren Briefe sein Weg zur Aussenwelt. In ihnen entwickelte er sich zu einem Stimmkünstler, der mit tausend Zungen reden konnte. 

Zu seinem 125. Geburtstag erteilen wir Friedrich Glauser das Wort: mit Veranstaltungen und verschiedenen Publikationen. Die Installation «Friedrich Glausers Zelle», die vom 28. Mai bis 10. Juli 2021 in der Galerie Litar gezeigt wurde, machte den Stimmkünstler Glauser hörbar. Mehr…

 

Nächste Veranstaltungen
 

«Lebensspuren Ascona». Festival 70 Jahre Libreria della Rondine
Gespräch und Lesung mit Christa Baumberger und Hannes Binder
Fr 13. August 2021, 18.00-19.00 Uhr
Casa Serodine, Ascona

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Friedrich Glauser: Zum 125. Geburtstag
Gespräch und Lesung mit Ursula Hasler und Christa Baumberger 
Do 9. September 2021, 18.30-19.00 Uhr
Museum Langmatt, Baden

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Literarischer Herbst Gstaad, 15.-19. September 2021
Gespräch mit Christa Baumberger aus dem Band Friedrich Glauser. «Jeder sucht sein Paradies…» Briefe, Berichte, Gespräche. Moderation: Liliane Studer. Stimmen: Isabelle Menke und Thomas Douglas
So 19. September 2021, 14.30-15.30 Uhr
Hotel Le Grand Bellevue, Gstaad

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Publikationen
 

«Die Verschwundene»
SJW-Heft
Eine krimiartige Novelle von Friedrich Glauser
Mit einem Nachwort von Christa Baumberger
Illustrationen von Sabine Rufener

 

 

Friedrich Glauser. « Chacun cherche son paradis... »
Correspondance choisie
Ins Französische übersetzt von Lionel Felchlin
Herausgegeben von Christa Baumberger und Lionel Felchlin
Illustrationen von Hannes Binder 

 

 

Friedrich Glauser. «Jeder sucht sein Paradies...»
Briefe, Berichte, Gespräche
Herausgegeben von Christa Baumberger
Illustrationen von Hannes Binder
Limmat Verlag Zürich, 2021

Friedrich Glauser gehört zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts. In diesem Band kann er neu entdeckt werden: anhand von Briefen, Berichten und Gesprächsprotokollen. Unmittelbar am Puls der Ereignisse begleiten die Stimmen der Freunde, Gefährtinnen, Redaktoren, des Vaters, der Vormunde und Psychiater Friedrich Glauser durch sein Leben. Mehr als die Hälfte der Dokumente wurden noch nie publiziert, und Glausers eigene Briefe faszinieren so sehr wie seine Literatur.

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Friedrich Glauser
Briefe und Dokumente

Ausgewählte Briefe zeigen den Stimmkünstler Friedrich Glauser. Die Briefe führen mitten hinein in das Netzwerk von Vater, Vormundschaftsbehörden, Psychiatrie und Polizei. Sichtbar wird erstmals auch ein zweites weibliches Netzwerk von Frauen, die Glauser emanzipiert und eigenständig umgeben. 
Die Reihe wird fortgeführt bis zur Eröffnung der Installation «Friedrich Glausers Zelle» am 28. Mai 2021.

 

Schlussbericht Robert Schneider

Dr. R. Schneider, 1. Amtsvormund
Selnaustr. 9, Zürich 1.

Friedrich Glausers Laufbahn, die sich in den letzten Jahren so erfolgreich gestaltet hatte, ist jäh abgebrochen worden. Am 8. Dez. 1938 ist er in Nervi-Genua an einer Herzmuskellähmung ganz unerwartet und plötzlich gestorben.

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Friedrich Glauser an Robert Schneider

Nervi, 27.06.1938

Lieber Herr Doktor,

ich danke Ihnen herzlich für Ihren freundlichen Brief. Entschuldigen Sie bitte meine Karte, ich arbeite am Roman, der nun bald fertig ist. 

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Friedrich Glauser an Martha Ringier

Mai 1937

Vielen Dank für den Brief, maman Marthe, und für seinen Inhalt. Und sei nicht allzubös, wenn das Mulet etwas gespuckt hat gestern.

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Friedrich Glauser an Robert Schneider

Angles, 21. Dezember 1936

Lieber Herr Doktor,

vielen Dank für Ihren freundlichen Brief. Das Geld, das Sie uns annonciert haben, ist bis jetzt noch nicht eingetroffen. Ist das ein Fehler der Kasse?

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Friedrich Glauser und Berthe Bendel an Martha Ringier

Angles près Gué de Longroi
den 15. August 1936

Sehr verehrte gnädige Frau,

anbei erlaub ich mir Ihnen zur gefl. Kenntnisnahme eine Skizze genannt «Seppl» zu übermitteln mit der Bitte dieselbe auf ihre Eignung in Hinblick auf eine ev. Aufnahme im Tierschutzkalender zu prüfen.

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Friedrich Glauser an Berthe Bendel

Münchenbuchsee, [30. Juli 1935]

Sehr verehrtes Fräulein Bendel,

Unterzeichneter erlaubt sich höflichst anzufragen, ob Sie, verehrtes Fräulein, krank, unpassend, bös, verärgert, müde oder faul sind. Er hofft das Letztere.

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Ulrich Brauchli, Direktor der Anstalt Münsingen, an den Vormund Walter Schiller

Münsingen, den 14.VII.31

Sehr geehrter Herr Doktor!

Mit Gegenwärtigem erlauben wir uns, Sie zu ersuchen, Ihrem Mündel Herrn Friedrich Karl Glauser ein Taschengeld zuschicken zu wollen. Er hat nämlich nichts mehr zu rauchen.

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Friedrich Glauser an Max Müller

Liestal, den 11. März 1927

Lieber Herr Doktor,

Um es gleich zu sagen: ich bin wieder in meine alte Manie zurückgefallen, und habe mir bei einem Apotheker widerrechtlich Opiumtinktur angeeignet. 

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1925–1932: Anstalt, Analyse, Arbeit

Im Mai 1925 wird Friedrich Glauser aus Belgien in die Schweiz zurückgeschafft. In der Psychiatrischen Anstalt Münsingen beginnt er eine Psychoanalyse und taucht «wie ein Tiefseetaucher» in sein eigenes Inneres ab.

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Friedrich Glauser an die Zeitschrift Die Schweiz

Paris, Hôtel Suisse
Rue Lafayette 5,
den 29. Juni 1923

Sehr geehrter Herr Redaktor,

Als ich vor zwei Jahren die Schweiz verließ, ließ ich bei Ihnen eine Novelle «der Heide» druckfertig, deren Korrekturbogen ich schon durchgesehen hatte. 

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Friedrich Glauser an Elisabeth von Ruckteschell aus der Anstalt Burghölzli, Zürich

Samstag 14. Aug. 20

Für dich schreib ich das kleines Lison, weil ich allein bin und niemandem erzählen kann als dir. Es hätte keinen Sinn für mich zu schreiben. Dies ist nicht Pose oder Litteratur, sondern es ist ganz einfach so.

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Telegramm und Polizeirapport: Ausbruch aus der Irrenstation Holligen

Bern 30. Juli 1920

polizeikommando zuerich

Glauser friedrich karl, von muri, 1896, geisteskrank, sieh z.p.a. 1920 art 5103, ist letzte nacht aus der irrenstation holligen entwichen, offenbar unter mithilfe einer aeltern frauensperson namens ruckteschell aus zuerich stop

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Friedrich Glauser an Charles Glauser

Zürich den 4. März 1917

Lieber Vater

Soeben erfahre ich, dass du gedenkst mich unter Kuratel stellen zu lassen. Seit vier Wochen habe ich nichts von mir hören lassen, weil ich an einer Lungenentzündung im Spital krank lag. Es ist dies nicht meine Schuld.

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WordPlay XV (2013) © Wosene Worke Kosrof, Collection of Lawrence & Jacquelyn Fairchild, Napa, CA

«Voices of…»

Das Programm «Voices of…» blickt über die Grenzen von Europa hinaus und fragt: Was geschieht in Afrika, Asien und Lateinamerika literarisch? Sehr viel! Doch vieles wird bis heute in der Schweiz wenig wahrgenommen.

«Voices of…» gibt literarischen Stimmen aus diesen Kontinenten Raum. Es umfasst eine wachsende Anzahl an Literatur- und Übersetzungsprojekten.

 

Afrika lesen
Artikelsammlung Al Imfeld

Der Schweizer Theologe und Afrikajournalist Al Imfeld (1935-2017) war einer der ersten im deutschen Sprachraum, der sich für die Literaturen aus Afrika einsetzte und persönlichen Kontakt zu vielen Autorinnen und Autoren pflegte. Sein Nachlass befindet sich als Teil des Archivs der Missionsgesellschaft Immensee im Staatsarchiv Luzern. Als Basis für seine publizistische Arbeit legte Al Imfeld während Jahrzehnten auch eine umfangreiche Sammlung mit Artikeln zu den Literaturen des gesamten afrikanischen Kontinents an. Sie enthält Zeitungsartikel, Essays und Fachaufsätze sowie einzelne literarische Texte, Typoskripte, Briefe. Die Sammlung bietet einen breiten historischen Überblick über die Rezeption afrikanischer Literaturen in Europa von 1950 bis heute, und sie greift ein in die aktuelle Debatte zu unserem Umgang mit den Literaturen und Kulturgütern aus Afrika. Litar konnte die Artikelsammlung im Sommer 2020 übernehmen und nach archivarischen Standards erschliessen. 

Artikelsammlung Al Imfeld: Inventar
 

Aktuell

Die Artikelsammlung Al Imfeld ist für das Publikum zugänglich. Bei Interesse kontaktieren Sie uns: info@litar.ch

 

Literaturmittag

Eine Gesprächsreihe zu den Literaturen aus dem afrikanischen Kontinent. Jeder «Literaturmittag» hat einen Gast und einen thematischen Schwerpunkt. Als Werkstattgespräche haben sie 2020/21 die laufende Erschliessung begleitet. Die Reihe wird im Herbst 2021 fortgesetzt, sie öffnet den Blick auf die Sammlung und trägt zur Vernetzung bei. 

Die Literaturmittage finden je nach Gast als Online-Veranstaltung oder vor Ort bei Litar statt. Termine folgen im Spätsommer, die Ankündigung finden Sie hier und in der Agenda.

Die Runde ist offen, Gäste sind herzlich willkommen. Anmeldung unter: info@litar.ch 
 

Einblicke

Die Serie «Einblicke» präsentiert ausgewählte Dokumente aus der Sammlung Al Imfeld und beleuchtet in kurzen Interviews aktuelle Themen rund um die Literaturen aus Afrika.

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Schwarze Komplizinnen

Mariama Seck und Nicole Schmid unterhalten sich über die Pionierinnen Paulette Nardal (1896-1985) und Flora Nwapa (1931-1993). Nardal gilt als Wegbereiterin der frühen Négritude-Bewegung im Paris der Zwischenkriegszeit. Nwapa entfachte mit ihrem Roman Efuru von 1966 eine Debatte über Geschlechterrollen und inspiriert bis heute nigerianische Autorinnen.

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Einblick in die Geschichte und Literatur Äthiopiens

By discussing her latest novel The Shadow King (2019), Maaza Mengiste reflects on women who went into war, history, memory and photography.

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Literaturen unabhängiger afrikanischer Nationen von 1960 bis 1990

Ein Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Ana Sobral über die Rolle der postkolonialen Literatur bei der Nationenbildung und die drei Autoren Chinua Achebe, Ayi Kwei Armah und Ngugi wa Thiong’o.

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Ambivalente Vermittlerfiguren und die Rolle des Archivs bei der postkolonialen Aufarbeitung

Für seinen Film «African Mirror» hat Mischa Hedinger Archivalien aus dem Nachlass des Schweizer Ethnographen René Gardi verwendet. Ein Gespräch über die Entstehung seines Projekts, problematische Afrikabilder und die Rolle von Archiven bei der postkolonialen Aufarbeitung.

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Vierzig Jahre Vermittlung und Übersetzung afrikanischer Literaturen

Die Frankfurter Buchmesse 1980 als Wendepunkt? Der Artikel von Al Imfeld und Gerd Meuer ist ein Fund aus dem Archiv. Die Literaturvermittlerin Chudi Bürgi spannt im Gespräch einen weiten Bogen von den Anfängen 1980 bis zur gegenwärtigen Förderlandschaft.

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Damian Le Bas, Crisis Time / Refugee Could Be You Could Be Me, 2016 | Foto: Kai Dikhas, Diego Castellano Cano

Weltenweit 
Literatur der Jenischen, Sinti und Roma

Jenische und Sinti sind, im Unterschied zu den Roma, seit 2016 als nationale Minderheiten der Schweiz anerkannt. Ihre Kultur ist reich – doch kaum bekannt. Unter dem Titel Weltenweit rückt Litar seit 2019 die Literatur und Kultur der Jenischen, Sinti und Roma in den Mittelpunkt. Ein erster Höhepunkt war das von Litar kuratierte Festival Weltenweit (5./6. April 2019) im Kosmos Zürich. Zum ersten Mal in der Schweiz stand die Literatur und Kultur von Jenischen, Sinti und Roma im Mittelpunkt eines Festivals. Seither finden allein oder in Kooperation mit Institutionen wie RomArchive, Initiative Minderheiten Tirol oder Radgenossenschaft Anlässe an diversen Orten in der Schweiz und in Österreich statt: Lesungen, Workshops, Lehrveranstaltungen und Podien. Mehr...
 

Agenda

Fr 13. August 2021 | 18.00 Uhr
Stimmlos | Friedrich Glausers Zelle
«Lebensspuren Ascona»
Casa Serodine, Ascona TI

Hannes Binder  und Christa Baumberger sprechen über Friedrich Glauser und zeigen die Bild-Ton-Installation «Friedrich Glausers Zelle» im Rahmen des Festivals 70 Jahre Libreria della Rondine.

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Do 9. September 2021 | 18.30 Uhr
Stimmlos | Stimmkünstler Friedrich Glauser
Friedrich Glauser: Zum 125. Geburtstag
Museum Langmatt, Baden

Eine Soiree mit Ursula Hasler und Christa Baumberger für den (Über-)Lebenskünstler Glauser, ein Fest für die Sprache und eine Spurensuche durch Baden und mitten hinein ins Museum Langmatt.

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So 19. September 2021 | 14.30 Uhr
Stimmlos | Stimmkünstler Friedrich Glauser
Literarischer Herbst Gstaad
Hotel Le Grand Bellevue, Gstaad

Gespräch mit Christa Baumberger zu ihrem Buch «Friedrich Glauser – Jeder sucht sein Paradies…». Moderation: Liliane Studer. Stimmen: Isabelle Menke und Thomas Douglas.

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Vergangene Veranstaltungen finden Sie hier.

Galerie Litar

Die Galerie Litar zeigt wechselnde Ausstellungen und bietet Raum für Veranstaltungen in überschaubarem Rahmen. Der kubische Anbau einer ehemaligen Malerwerkstatt in Zürich-Oberstrass ergänzt den Sitz von Litar. Die grosse Fensterfront, die sich vollständig öffnen lässt, ist unser Fenster zur Welt und soll Tor zu uns sein fürs Quartier und für alle.

 

Die Zelle © Zeljko Gataric

Die Zelle

In der Galerie Litar steht zur Zeit eine begehbare Zelle: ein Raum im Raum, eine Skulptur, ein Ausstellungsraum im Kleinformat. Es erklingen darin Stimmen von wechselnden Autorinnen und Autoren, Foto- oder Videoprojektionen werden gezeigt, Originalbilder oder ein besonderes Buch präsentiert. Die Zelle lässt erahnen, was es bedeutet, aus- oder eingeschlossen und der eigenen Ausdrucksmöglichkeit beraubt zu sein. Die Zelle ist Klangraum und Verstärker für Autorinnen und Autoren, die zu Lebzeiten Mühe hatten, Gehör zu finden: «In der Ausstellungszelle kann alles passieren. Sie ist ein Laboratorium für die Fragen: Welche Stimmen hören wir, und wem wird die Stimme versagt? Wie kann man einen Text in einen Raum bringen, ihn zum Klingen bringen, damit ein neuer Raum entsteht?», so Stefan Busz in seinem Artikel im Tages-Anzeiger, 25.05.2021.

Nächste Ausstellung

Adelheid Duvanels Himmel
29. Oktober bis 11. Dezember 2021

Die Ausstellung in der Galerie Litar zeigt Adelheid Duvanel (1936-1996) in ihrer Doppelbegabung: als Schriftstellerin und bildende Künstlerin. Ihr Werk ist poetisch, surreal und voller Kraft. Heute «eine der wichtigsten Autorinnen der Schweiz» (SRF), war sie bis vor kurzem nahezu vergessen. In der Zelle hört man Adelheid Duvanel lesen und taucht tief in ihre literarische Welt ein. Dazu sind Originalwerke aus den 1950er und 1980er Jahren zu sehen. Die farbstarken Filzstiftzeichnungen nehmen Motive ihrer Erzählungen auf, Texte und Bilder greifen eng ineinander und inspirieren sich. Litar gibt unter dem Titel «Stimmlos» Autorinnen und Autoren eine Stimme, die zu wenig gehört wurden. Die erste Zellen-Ausstellung war Friedrich Glauser gewidmet. Nun heisst es: Zelle auf für Adelheid Duvanel – treten Sie ein!

Kuratiert von Christa Baumberger

Vernissage: Fr 29. Oktober 2021, 17.00-20.00 Uhr

 

Vergangene Ausstellung

Friedrich Glausers Zelle
28. Mai bis 10. Juli 2021 | Galerie Litar

Heute gehört er zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten aber hatte er Mühe Gehör zu finden. Die begehbare Installation «Friedrich Glausers Zelle» gab dem Autor eine Stimme und ermöglichte zu seinem 125. Geburtstag eine persönliche Begegnung.

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Trouvaille

Litar geht auf literarische Spurensuche.

Plakate und Aufschriften genauso wie Kunst im Stadtraum sind für alle sichtbar – und bleiben doch häufig unbemerkt. Litar zeigt ausgewählte Schriftbilder und Sprachkunst aus dem öffentlichen Raum. Die Trouvaillen werden in loser Folge auf der Webseite von Litar präsentiert. Die Fotoserien werden begleitet von einem kurzen Text.

Flugblattkunst 1980 | Zürich 

Zürich 1980: Eine Stadt in Aufruhr, die Jugendlichen protestieren und fordern, fordern, fordern – Freiraum, Lebensraum, Kunstraum. Sie wollen alles, und zwar subito! Ein heisser Sommer steht bevor…

Lange vor dem Dauerrauschen in Social-Media-Kanälen sind Flugblätter das Sprachrohr der 80er-Bewegung. Es wird getextet und gestaltet, kreiert und kopiert, was das Zeug hält. Aus heutiger Sicht sind diese Flugblätter mit ihren Botschaften und Aufrufen (oft zu Demonstrationen) viel mehr als ein reines Agitprop-Instrument. Die «Flugis» verbinden Politik, Aktion und Kunst. Geschaffen sind sie aus Wut oder Verzweiflung, formuliert mit heiligem Ernst, aber auch mit Humor und (Selbst-)Ironie. Im gelungensten Fall entstehen Sprachkunstwerke, die heute noch elektrisieren, an dadaistische Collagen erinnern und ästhetisch visionär weit über die 80er-Jahre hinausweisen.

Eugen Stiefel (damals Präsident der Kreisschulpflege Limmattal) ist es zu verdanken, dass die «Flugis» nicht einfach im Müll gelandet sind. Silvan Lerch und Peter Bichsel haben diesen «Schatz» gehoben und eine Vielzahl der Dokumente in einem wunderschönen Band herausgegeben: «Autonomie auf A4. Wie die Zürcher Jugendbewegung Zeichen setzte. Flugblätter 1979-82». Zürich, Limmat Verlag 2017. Seither befinden sich die (Er-)Zeugnisse bewegter Zeiten als Sammlung im Bestand des Sozialarchivs Zürich.

Was meinen 80er-Aktivist*innen im Rückblick zu ihrer Flugblattkunst?

«Was mir am Flugblatt gut gefiel, war, dass es allen als Sprachrohr dienen konnte.» Elinor Burgauer

«Die Flugblätter waren Ausdruck unserer Autonomie.» Olivia Heussler

«Flugis waren kreativ, pointiert, frech – und gratis für die Abnehmer, also das ideale Propagandamittel. Mit ihnen konnten wir Menschen auf eine sehr direkte Art ansprechen.» Markus Kenner

«Flugis beinhalten zwar meist Aufforderungen. wir aber nutzten sie als Plattform, um uns in freier künstlerischer Form zu äussern.» Barbara Hiestand / Christoph Müller 

«Ich gebe dir mein Flugi, du gibst mir deins. Das war eine Form von Netzwerkaufbau.» Josy Meier

 

Die hier präsentierten Flugblätter sowie alle Zitate stammen aus dem Band «Autonomie auf A4». Hg. von Silvan Lerch und Peter Bichsel. Zürich, Limmat 2017. Der Band ist leider vergriffen. Mit herzlichem Dank an die Herausgeber, den Limmat Verlag und das Sozialarchiv Zürich für die Abbildungen.

Katharina Cibulka
«Solange» | Wien, Innsbruck, Rabat

Wie steht es um die Emanzipation? Für das interaktive Kunstprojekt «Solange» greift die Künstlerin Katharina Cibulka (*1975) zum Kabelbinder und stickt ihre Slogans auf die Gerüstnetze von Grossbaustellen rund um die Welt 

Mehr... 

Thomas Hirschhorn
«Robert Walser-Sculpture» | Biel

Robert Walser anders lesen: Thomas Hirschhorn (*1957) machte es im Sommer 2019 möglich. Er baute in Biel aus Sperrholz, Klebband und mit unzähligen Walser-Texten eine «Robert Walser-Sculpture». Eine einzigartige Hommage an den grossen Bieler Autor. 

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Lawrence Weiner
«Ball bearings or round stones …» | Zürich

Der US-amerikanische Konzeptkünstler Lawrence Weiner (*1942) setzt Gedanken, Beine und Steine in Bewegung. Das dreisprachige Werk befindet sich an drei öffentlichen Plätzen in Zürich. Es bringt die Ziele von Litar anschaulich zum Ausdruck.

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Kontakt

Die Stiftung Litar hat in Zürich-Oberstrass ihren Sitz, an der Letzistrasse 23, 8006 Zürich. In einer ehemaligen Malerwerkstatt, zentral und doch ruhig gelegen und umgeben von alten Bäumen. Regelmässig finden bei Litar Veranstaltungen für ein überschaubares Publikum statt: Soireen, Workshops und Ausstellungen.

Litar ist erreichbar (bis Haltestelle Letzistrasse): 
- vom Hauptbahnhof Zürich mit Tram 10 (zehn Minuten) 
- vom Bellevue-Platz Zürich mit Tram 9 (zehn Minuten) 
- vom Flughafen Zürich mit Tram 10 (zwanzig Minuten) 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Litar macht Sommerpause – gerne sind wir ab dem 9. August 2021 wieder für Sie da.

 

Litar © Zeljko Gataric

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Litar

Letzistrasse 23, CH-8006 Zürich
Telefon +41 44 291 99 00
info@litar.ch
www.litar.ch

 

Team

Christa Baumberger
Leitung

Christa Baumberger, Dr. phil., verantwortet das Programm und leitet den Betrieb. Als Literaturwissenschaftlerin, Kulturpublizistin und Kuratorin hat sie viel Erfahrung in der Leitung von Kulturprojekten. Seit 2017 ist sie Kuratorin im Aargauer Kuratorium (Vorsitz Literatur und Fachbereich Theater&Tanz) und seit 2021 Stiftungsrätin der Christoph-Geiser-Stiftung. Im Herbst 2021 ist sie als Gastdozentin an der Universität Basel tätig.

Melissa Caflisch
Koordination und Kommunikation

Melissa Caflisch ist bei Litar für Kommunikation und Koordination zuständig. Nach dem Studium der Japanologie war sie in den letzten Jahren für die Öffentlichkeitsarbeit mehrerer kultureller Institutionen verantwortlich, etwa dem Festival CULTURESCAPES und zuletzt bei den Festspielen Zürich. Neben ihrem Engagement für Litar arbeitet sie für das Völkerkundemuseum Zürich.

Nicole Schmid
Assistenz

Nicole Schmid ist Assistentin im Projekt «Afrika lesen» und im laufenden Betrieb von Litar. Neben ihrem Engagement für Litar ist sie für das Schauspielhaus Zürich tätig. Während ihres Studiums der Literaturwissenschaft hat sie im Strauhof Zürich bereits diverse Einblicke in die Konzeption, Umsetzung und Kommunikation von Literaturausstellungen und -veranstaltungen erhalten. 

Team © Ayse Yavas