Porträt

Litar – ein Ort für Literatur und ihre Vermittlung. In der Galerie Litar in Zürich finden regelmässig Ausstellungen und Veranstaltungen zu literarischen Themen statt. Litar realisiert zudem Publikationen und Projekte im Bereich Literatur, Übersetzung und Medien.

Litar will Akzente setzen, Neues entdecken und wenig Bekanntes ins Gespräch bringen. Dazu arbeitet Litar mit Programmen, die über mehrere Jahre laufen und unterschiedliche Formate umfassen. Die Projekte werden allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen durchgeführt.

Die Stiftung Litar ist gemeinnützig; sie nimmt keine Fördergesuche entgegen.

 

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Wir freuen uns über Ihr Interesse an Litar. Unser Newsletter berichtet über laufende Projekte und Veranstaltungen. Der Newsletter wird vier- bis sechsmal pro Jahr versandt und kann jederzeit wieder abbestellt werden.

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Programme

Litar setzt auf thematische Programme, die über mehrere Jahre laufen. Das Ziel ist, literarische Inhalte jenseits der bekannten Pfade zu erkunden. In einer schnelllebigen Welt nimmt sich Litar Zeit für eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem Thema, damit es sich regional, national und international entfalten und weit über das jeweilige Programmfeld hinaus wirken kann.

litafrika
Ausstellungstrilogie 2022–2024
Litar | Strauhof Zürich

Litar und der Strauhof Zürich widmen den Literaturen aus dem afrikanischen Kontinent die Ausstellungstrilogie «litafrika» (2022–2024). Eine schrittweise Annäherung an ‹Afrika›: aus unterschiedlichen Blickwinkeln, vielfältig und im engen Dialog mit Partnerinnen und Partnern aus Côte d’Ivoire, Ghana, Kenia, Südafrika und weiteren Ländern.

Poesien eines Kontinents
Strauhof Zürich, 03.06.–04.09.2022

Ausgangspunkt der ersten Ausstellung ist die monumentale Anthologie «Afrika im Gedicht» (Zürich 2015): Das von Al Imfeld herausgegebene Buch umspannt die Zeit von 1960 bis 2014 und umfasst mehr als 550 Gedichte aus allen Teilen des afrikanischen Kontinents.

«Poesien eines Kontinents» inszeniert exemplarische Gedichte in den Originalsprachen und in deutscher Übersetzung. Die Auswahl spannt einen weiten Bogen von postkolonialen Klassikern bis zur aktuellen Slam- und Spoken-Word-Szene. Ebenso erhalten die Dichterinnen und Dichter selbst das Wort; sie geben Einblick in ihr Schaffen und machen die literarische und sprachliche Vielfalt Afrikas sichtbar. Die Ausstellung thematisiert zudem die Vermittlung und Rezeption dieser Poesien im deutschen Sprachraum sowie die Ambivalenz des Blicks aus der Schweiz.

Al Imfeld (1935–2017), der Herausgeber der Gedichtsammlung, hat über Jahrzehnte die Vermittlung der Literaturen Afrikas in der Deutschschweiz geprägt. Mit seinen Artikeln und Auftritten hat er zahllose Literaturschaffende aus Afrika im deutschen Sprachraum bekannt gemacht und zur Gründung diverser Förderinstitutionen beigetragen. So liegt der Anthologie zwar eine eurozentrische Sichtweise zugrunde, doch trafen weitgehend die Dichterinnen und Dichter selbst die Auswahl der Gedichte.
 

Strauhof Zürich
Fr 3. Juni bis So 4. September 2022

Nächste Veranstaltung:
Di 5. Juli 2022 | 12.15 Uhr
30 Minuten mit der Kulturvermittlerin Andrea Grieder
Strauhof Zürich

Kuration: Christa Baumberger und Rémi Jaccard
Grafik: Rahel Arnold
Kuratorische Assistenz: Nicole Schmid
Mitarbeit: Léa Gbeassor, Philip Sippel, Käthe Wünsch
Œil extérieur: Zineb Benkhelifa, Chudi Bürgi, Ana Sobral, Zukiswa Wanner
Videokommentare: Zineb Benkhelifa, Chudi Bürgi, Ana Sobral
Video/Schnitt: Felix Hergert, Carlotta Holy
Leihgaben: Staatsarchiv Luzern, Stiftung Litar, Universitätsbibliothek Basel, Zentralbibliothek Zürich, private Leihgeber

In Kooperation mit dem Strauhof Zürich
Unterstützt von Pro Helvetia, Ernst Göhner Stiftung

Die zweite Ausstellung 2023 wird von Zukiswa Wanner (Südafrika/Kenia) kuratiert.

Download: PDF Flyer

Download: PDF Medienmitteilung 23.05.2022 «litafrika: Poesien eines Kontinents»

 

Medienecho

«Selten konnte man (ohne Reisen) afrikanischer Dichtung näher kommen als in der zusammen mit der Litar-Stiftung kuratierten Ausstellung – wer sie besucht, sollte allerdings Zeit mitbringen. Es lohnt sich, die Aufnahmen zu hören, sich von Station zu Station voranzutasten in ein unglaublich vielfältiges literarisches Universum.» 
Manuel Müller, Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2022

«Die Ausstellung wartet mit einer Vielzahl von afrikanischer Lyrik auf, aus den verschiedensten Ländern Afrikas von Kenia bis Tunesien, der Besuch ist faszinierend, weil die Ausstellung Einblick gibt in eine Welt, die nahezu unbekannt ist.» 
Felix Münger, SRF 2 «Kultur kompakt», 20.06.2022 (ab 09:40 Min)

«In der Schau werden die poetischen Stimmen einer (erweiterten) Auswahl aus der Anthologie in Klang überführt. In dem die Ausstellung begleitenden Reader lassen sich 15 exemplarische Gedichte auf Französisch, Englisch, Portugiesisch, Arabisch und in deutscher Übersetzung nachlesen. Sie vermitteln eine Ahnung vom Reichtum dieser Lyrik.» 
Torbjörn Bergflödt, Südkurier, 09.06.2022

 

Ausstellungsansichten «litafrika – Poesien eines Kontinents» 2022, Fotos: Zeljko Gataric | Ausstellungsgrafik, Grafik und Foto «Afrika im Gedicht»: Rahel Arnold


litafrika 2022–2024

Die Ausstellungstrilogie «litafrika» befasst sich aus verschiedenen Perspektiven mit den Literaturen des afrikanischen Kontinents. Sie wird von der Stiftung Litar und dem Strauhof Zürich zusammen mit Partnerinnen und Partnern aus mehreren Ländern Afrikas konzipiert und kuratiert. Im Sinne eines partizipativen Prozesses nimmt jeder Teil die Ergebnisse der vorangegangenen Ausstellung auf und setzt einen neuen Schwerpunkt. Die zweite Ausstellung im Sommer 2023 wird von Zukiswa Wanner (Südafrika/Kenia) kuratiert und präsentiert aktuelle Entwicklungen und Tendenzen. Die dritte Ausstellung 2024 wird im Verlauf des Projektes gemeinsam entwickelt.


Pro Helvetia «To-gather» 2022–2024

Pro Helvetia unterstützt «litafrika» über die gesamte Dauer im Programm «To-gather». Dieses Fördergefäss ermöglicht neue interkontinentale Kollaborationen und den Aufbau langfristiger Netzwerke. Das Ziel ist, den Austausch zwischen Kulturen gleichberechtigter und nachhaltiger zu gestalten und neue Formen der Zusammenarbeit zu erproben.


Artikelsammlung Al Imfeld

Die Artikelsammlung des Schweizer Theologen und Afrikajournalisten Al Imfeld umfasst Zeitungsartikel zu den Literaturen des gesamten afrikanischen Kontinents von 1960 bis 2014. Die Sammlung ist bei Litar auf Voranmeldung einsehbar.
Artikelsammlung Al Imfeld: Inventar
Kontakt: info@litar.ch
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Nachträglich aus der Gründungsgeschichte der Schweiz getilgt: Im Tagebuch (ab 1827) des in Borneo dienenden Louis Wyrsch wurden die Einträge über seine einheimische ‹Haushälterin› Ibu Silla herausgeschnitten. | Digitalisat: Bernhard C. Schär, Rechte: Staatsarchiv Nidwalden

Stimmlos
Literatur und (Un-)Recht

Welche Stimmen hören wir und wem wird die Stimme versagt? Litar gibt Autorinnen und Autoren eine Stimme, die aus verschiedenen Gründen zu wenig gehört wurden. Manche waren in Anstalten interniert, administrativ versorgt oder sogar entmündigt. Andere haben sich ins Schweigen zurückgezogen und sind irgendwann verstummt. Geblieben sind schriftliche Spuren, Erzählungen und Romane, Lebensdokumente und manchmal auch bildnerische Werke. Das Programm «Stimmlos» versteht sich als ein Verstärker: Es folgt den leisen Stimmen, gibt Unerhörtem einen Raum und präsentiert Geschichten, die noch gar nicht aufgeschrieben sind.

Eine Installation in der Galerie Litar macht das Thema «Stimmlos» sinnlich erfahrbar. In einer begehbaren Zelle werden wechselnde Ausstellungen gezeigt. Es erklingen Stimmen, kombiniert mit Bildern, Fotografien und Filmen. Die Enge der Zelle lädt ein, Gedankengrenzen zu überschreiten.

Mehr Informationen zur Installation unter Galerie Litar.

Mit Worten malen: Adelheid Duvanel

Lange ein Geheimtipp, gilt Duvanel spätestens seit dem grossen Erzählband «Fern von hier» (Limmat Verlag 2021) als eine der bedeutendsten Schweizer Autorinnen. In der Galerie Litar richteten wir für Adelheid Duvanel eine Zelle ein, mit «Wänden, dünn wie Haut». Ein intimes Universum aus Worten und Klängen, das auch Einblick in ihr bildnerisches Schaffen bot.

Die Ausstellung, die vom 30. Oktober bis 11. Dezember 2021 in der Galerie Litar zu sehen war, zeigte Adelheid Duvanel (1936–1996) in ihrer Doppelbegabung: als Schriftstellerin und Künstlerin. Lange ein Geheimtipp, gilt sie heute als eine der wichtigsten Autorinnen der Schweiz. Ihr Werk ist eine Entdeckung: poetisch, surreal und von grosser Radikalität. Mehr…

 

Publikationen

Adelheid Duvanel «Fern von hier». Sämtliche Erzählungen 
Herausgegeben von Elsbeth Dangel-Pelloquin und Friederike Kretzen. Limmat Verlag, Zürich 2021
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Narr #33 Adelheid Duvanel
Herausgegeben von Lukas Gloor und Friederike Kretzen. Das Verlag, Basel 2021
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Stimmkünstler Friedrich Glauser 

Friedrich Glauser (1896-1938) gehört heute zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten aber hatte er Mühe, Gehör zu finden. Rund zehn Jahre – fast ein Viertel seines Lebens – in Anstalten interniert, waren Briefe sein Weg zur Aussenwelt. In ihnen entwickelte er sich zu einem Stimmkünstler, der mit tausend Zungen reden konnte. 

Zu seinem 125. Geburtstag erteilen wir Friedrich Glauser das Wort: mit Veranstaltungen und verschiedenen Publikationen. Die Installation «Friedrich Glausers Zelle», die vom 28. Mai bis 10. Juli 2021 in der Galerie Litar gezeigt wurde, machte den Stimmkünstler Glauser hörbar. Mehr…

 

Publikationen

Friedrich Glauser «Jeder sucht sein Paradies...». Briefe, Berichte, Gespräche
Herausgegeben von Christa Baumberger. Limmat Verlag, Zürich 2021
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Einblick in die Publikation
Ausgewählte Briefe und Dokumente zeigen den Stimmkünstler Friedrich Glauser.
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Friedrich Glauser « Chacun cherche son paradis... ». Correspondance choisie
Herausgegeben von Christa Baumberger und Lionel Felchlin. Übersetzung von Lionel Felchlin. Editions d'en bas, Lausanne 2021
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Friedrich Glauser «Die Verschwundene». Novelle
Illustrationen von Sabine Rufener und Nachwort von Christa Baumberger. SJW-Verlag, Zürich 2021
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Damian Le Bas, Crisis Time / Refugee Could Be You Could Be Me, 2016 | Foto: Kai Dikhas, Diego Castellano Cano

Weltenweit 
Literatur der Jenischen, Sinti und Roma

Unter dem Titel «Weltenweit» rückt Litar seit 2019 die Literatur und Kultur der Jenischen, Sinti und Roma in den Mittelpunkt. Jenische und Sinti sind seit 2016 als nationale Minderheiten der Schweiz anerkannt. Die Roma kämpfen immer noch für ihre Anerkennung in der Schweiz. Die Kulturen dieser Minderheiten sind reich und vielfältig – doch sind sie kaum bekannt. Deshalb organisierte Litar das Festival «Weltenweit» im Kosmos Zürich (5./6. April 2019). Zum ersten Mal in der Schweiz stand die Literatur und Kultur von Jenischen, Sinti und Roma im Mittelpunkt eines Festivals. Seither führt Litar an diversen Orten in der Schweiz und in Österreich Lesungen, Workshops, Lehrveranstaltungen und Podien durch, allein oder in Kooperation mit Institutionen wie RomArchive, Initiative Minderheiten Tirol und Radgenossenschaft.
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Agenda

Fr 3. Juni – So 4. September 2022
litafrika – Poesien eines Kontinents
Ausstellung
Strauhof Zürich

Litar und der Strauhof Zürich widmen den Literaturen aus dem afrikanischen Kontinent die Ausstellungstrilogie «litafrika» (2022–2024). Eine schrittweise Annäherung an ‹Afrika›: aus unterschiedlichen Blickwinkeln, vielfältig und im engen Dialog mit Partner:innen aus Côte d’Ivoire, Ghana, Kenia und Südafrika und weiteren Ländern.

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Di 5. Juli 2022 | 12.15 Uhr
litafrika – Poesien eines Kontinents
30 Minuten mit Andrea Grieder
Strauhof Zürich

Ein Gespräch mit der Kulturvermittlerin, Direktorin von «Transpoesis» (Ruanda) und Poesie-Video-Produzentin.

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Mi 6. Juli 2022 | 12.15 Uhr
litafrika: Poesien eines Kontinents
Führung mit Rémi Jaccard, Co-Kurator
Strauhof Zürich

Der Co-Kurator Rémi Jaccard führt durch die Ausstellung «Poesien eines Kontinents». Ein Rundgang durch Gedichtwelten, die bis heute (zu) wenig bekannt sind. 

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So 24. Juli 2022 | 14.00 Uhr
litafrika: Poesien eines Kontinents
Führung mit Nicole Schmid, Assistenzkuratorin
Strauhof Zürich

Die Assistenzkuratorin Nicole Schmid führt durch die Ausstellung «Poesien eines Kontinents». Ein Rundgang durch Gedichtwelten, die bis heute (zu) wenig bekannt sind. 

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Mi 17. August 2022 | 12.15 Uhr
litafrika: Poesien eines Kontinents
Führung mit Rémi Jaccard, Co-Kurator
Strauhof Zürich

Der Co-Kurator Rémi Jaccard führt durch die Ausstellung «Poesien eines Kontinents». Ein Rundgang durch Gedichtwelten, die bis heute (zu) wenig bekannt sind. 

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Di 23. August 2022 | 12.15 Uhr
litafrika – Poesien eines Kontinents
30 Minuten mit Sylvia Arthur
Strauhof Zürich und Online

Ein Gespräch mit der Initiantin und Direktorin der «Library of Africa and the African Diaspora» in Ghana. In Englisch.

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So 28. August 2022 | 14.00 Uhr
litafrika: Poesien eines Kontinents
Führung mit Christa Baumberger, Co-Kuratorin
Strauhof Zürich

Die Co-Kuratorin Christa Baumberger führt durch die Ausstellung «Poesien eines Kontinents». Ein Rundgang durch Gedichtwelten, die bis heute (zu) wenig bekannt sind.

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Di 30. August 2022 | 19.00–21.00 Uhr
Lesekreis Litar und Viceversa | Kreis #03
«Vom Nachexil»
Litar

Thema des dritten Lesekreises ist Georges-Arthur Goldschmidts autobiografischer Essay «Vom Nachexil» (2020).

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Sa 3. September 2022 | 18.00–01.00 Uhr
litafrika – Poesien eines Kontinents
Lange Nacht der Zürcher Museen
Strauhof Zürich

Poesie-Performances mit Ouelgo Téné und Vivianne Mösli; Kurzführungen in der Ausstellung.

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Di 13. September 2022
Preisverleihung 
Kulturpreis des Kantons Zürich an Hannes Binder
Literaturhaus Zürich

Der Zürcher Illustrator wird für sein künstlerisches Lebenswerk mit dem Kulturpreis 2022 ausgezeichnet. Herzliche Gratulation!

Hannes Binders Glauser-Zeichnungen waren von Mai bis Juli 2021 in der Galerie Litar zu sehen.

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Di 8. November 2022 | 19.00–21.00 Uhr
Lesekreis Litar und Viceversa | Kreis #04
«Geschichte eines Lebens» 
Litar

Am vierten und für 2022 letzten Lesekreis sprechen wir über Aharon Appelfelds «Geschichte eines Lebens» (2005).

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Vergangene Veranstaltungen finden Sie hier.

Galerie Litar

Die Galerie Litar zeigt Ausstellungen und führt Veranstaltungen und Workshops durch.

Die nächste Ausstellung wird im Herbst 2022 eröffnet. Besuchen Sie in der Zwischenzeit unsere Ausstellung im Strauhof Zürich: «litafrika – Poesien eines Kontinents», 3. Juni bis 4. September 2022.

Galerie Litar 2021, Foto: Zeljko Gataric

Literatur – Archiv – Ausstellung
Universität Basel

Die Galerie Litar ist ein Ausstellungsraum und zugleich ein Labor für Fragen rund um das Ausstellen von Literatur: Wie erzählt man Geschichten im Raum? Was ist der ‹Mehrwert› einer Literaturausstellung im Vergleich zum Buch? Christa Baumberger, Leiterin von Litar, war im Herbst 2021 Gastdozentin an der Universität Basel. Das Seminar bot Anlass, die kulturelle Praxis und die Ausstellungsprojekte von Litar zu reflektieren und zu vermitteln.  Mehr…

Die Zelle

In der Galerie Litar steht zur Zeit eine begehbare Zelle: ein Raum im Raum, eine Skulptur, ein Ausstellungsraum im Kleinformat. Es erklingen darin Stimmen von wechselnden Autorinnen und Autoren, Foto- oder Videoprojektionen werden gezeigt, Originalbilder oder ein besonderes Buch präsentiert. Die Zelle lässt erahnen, was es bedeutet, aus- oder eingeschlossen und der eigenen Ausdrucksmöglichkeit beraubt zu sein. Die Zelle ist Klangraum und Verstärker für Autorinnen und Autoren, die zu Lebzeiten Mühe hatten, Gehör zu finden: «In der Ausstellungszelle kann alles passieren. Sie ist ein Laboratorium für die Fragen: Welche Stimmen hören wir, und wem wird die Stimme versagt? Wie kann man einen Text in einen Raum bringen, ihn zum Klingen bringen, damit ein neuer Raum entsteht?», so Stefan Busz in seinem Artikel im Tages-Anzeiger, 25.05.2021.

Bisherige Ausstellungen

Adelheid Duvanels Himmel
30. Oktober bis 11. Dezember 2021 | Galerie Litar

Die Ausstellung zeigte Adelheid Duvanel (1936–1996) in ihrer Doppelbegabung: als Schriftstellerin und Künstlerin. Lange ein Geheimtipp, gilt sie heute als eine der wichtigsten Autorinnen der Schweiz. Ihr Werk ist eine Entdeckung: poetisch, surreal und von grosser Radikalität.

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Friedrich Glausers Zelle
28. Mai bis 10. Juli 2021 | Galerie Litar

Heute gehört er zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten aber hatte er Mühe Gehör zu finden. Die begehbare Installation «Friedrich Glausers Zelle» gab dem Autor eine Stimme und ermöglichte zu seinem 125. Geburtstag eine persönliche Begegnung.

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Trouvaille

Litar geht auf literarische Spurensuche.

Plakate und Aufschriften genauso wie Kunst im Stadtraum sind für alle sichtbar – und bleiben doch häufig unbemerkt. Litar zeigt ausgewählte Schriftbilder und Sprachkunst aus dem öffentlichen Raum. Die Trouvaillen werden in loser Folge auf der Webseite von Litar präsentiert. Die Fotoserien werden begleitet von einem kurzen Text.

Fotografien Philipp Schütz, Somaliland, 2014-21.

Schilderbilder | Hargeysa 

Handgemalte Schilder sind allgegenwärtig in Hargeysa, der grössten Stadt in Somaliland, in der gut 800'000 Menschen wohnen. Einer von ihnen ist Naqib, der jahrzehntelang im Westen gelebt hat; er sitzt in einem Teehaus in der Innenstadt und meint: «In den USA wäre ich niemals auf die Idee gekommen, Reklametafeln zu fotografieren – jetzt, wo ich wieder hier bin, sind die bunten Schilder so ziemlich das einzige, wovon ich ständig Fotos mache».

 Die farbenprächtigen Bilder zieren die Aussenwände zahlloser Geschäfte, die Lebensmittel, Produkte des täglichen Bedarfs oder Dienstleistungen anbieten. Viele, die nach Hargeysa kommen, sind überrascht wie ‹visuell› die Stadt ist. Die Schilder in satten Farben mit ihren lebhaften Sujets sind aber nicht nur von einem kulturellen, sondern auch von einem künstlerischen Standpunkt aus interessant: Die Gemälde sind sorgfältig gestaltet und virtuos ausgeführt – ein offener Mund, der Zähne zeigt, flatternde Geldscheine, dampfende Teller, frisches Obst, eine Kühltruhe und die darin verwahrten Getränke. Der Grund für diese Schilderkultur ist einfach: Lange Zeit war Analphabetismus weit verbreitet in der Region. Die sprechenden Bilder waren auch für den Teil der Bevölkerung verständlich, der nicht oder kaum lesen konnte. Sie weisen den Weg zum Zahnarzt, in die Wechselstube, ins Restaurant oder in den Lebensmittelladen.

Auch heute sind in Hargeysa noch über ein Dutzend autodidaktischer Schildermaler tätig. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt schenken der Gestaltung der Bilder meist keine weitere Beachtung, und allmählich nehmen auch in Hargeysa dieselben lieblosen, gedruckten Schilder überhand, die das Gesicht der meisten Städte auf der Welt prägen. Erst der Blick ‹von aussen› erkennt die Schilderbilder als einen wichtigen Bestandteil des Strassenbildes von Hargeysa, ja, vielleicht sogar als eine eigene Kunstform. Naqip, der Rückkehrer sieht das so, und auch Philipp Schütz, der die Schilder seit 2014 in einem Langzeit-Fotoprojekt dokumentiert.
 

Philipp Schütz hat 2012-2020 in Äthiopien das Verlagshaus Ayaana Media & Publishing aufgebaut und geleitet, das sich der Kunst und Literatur im Horn von Afrika widmet. Litar hat 2021 das Somali-Poetry-Projekt von Ayaana unterstützt, das die mündliche Erzählkultur des Somali-Volkes mittels Tonaufnahmen dokumentiert und archiviert. Zusätzlich wurde 2021 ein Poesie-Wettbewerb für Somali-Dichterinnen in Jigjiga (Äthiopien) durchgeführt
www.ayaana.net | philippschutz.com

Archiv

Fernando Oreste Nannetti
«Buch aus Stein» | Volterra 

Ein steinernes Buch – ein einmaliges Werk, rätselvoll und vergänglich. Fernando Oreste Nannetti (1927-1994) hat es im Innenhof der psychiatrischen Klinik von Volterra in die Fassade geritzt.

Heute sind die Mauerinschriften fast gänzlich abgeblättert.

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Flugblattkunst 1980 | Zürich

Zürich 1980: Eine Stadt in Aufruhr, die Jugendlichen protestieren und fordern, fordern, fordern – Freiraum, Lebensraum, Kunstraum. Sie wollen alles, und zwar subito!

Lange vor dem Dauerrauschen in Social-Media-Kanälen sind Flugblätter das Sprachrohr der 80er-Bewegung.

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Katharina Cibulka
«Solange» | Wien, Innsbruck, Rabat

Wie steht es um die Gleichberechtigung? Für das interaktive Kunstprojekt «Solange» greift die Künstlerin Katharina Cibulka (*1975) zum Kabelbinder und stickt ihre Slogans auf die Gerüstnetze von Grossbaustellen rund um die Welt.

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Thomas Hirschhorn
«Robert Walser-Sculpture» | Biel

Robert Walser anders lesen: Thomas Hirschhorn (*1957) machte es im Sommer 2019 möglich. Er baute in Biel aus Sperrholz, Klebband und mit unzähligen Walser-Texten eine «Robert Walser-Sculpture». Eine einzigartige Hommage an den grossen Bieler Autor. 

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Lawrence Weiner
«Ball bearings or round stones …» | Zürich

Der US-amerikanische Konzeptkünstler Lawrence Weiner (*1942) setzt Gedanken, Beine und Steine in Bewegung. Das dreisprachige Werk befindet sich an drei öffentlichen Plätzen in Zürich. Es bringt die Ziele von Litar anschaulich zum Ausdruck.

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Kontakt

 

Die Stiftung Litar hat ihren Sitz an der Letzistrasse 23, 8006 Zürich. Regelmässig finden bei Litar Ausstellungen und Veranstaltungen statt.

So erreichen Sie Litar: 
- Tram 10 vom Hauptbahnhof Zürich bis Haltestelle Letzistrasse (10 Min)
- Tram 10 vom Flughafen Zürich bis Haltestelle Letzistrasse (20 Min)
- Tram 9 vom Bellevueplatz bis Haltestelle Letzistrasse (10 Min)

 

Galerie Litar 2020, Foto: Zeljko Gataric

Litar

Letzistrasse 23, CH-8006 Zürich
Telefon +41 44 291 99 00
info@litar.ch
www.litar.ch

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Team

Christa Baumberger
Leitung

Christa Baumberger, Dr. phil., verantwortet das Programm und leitet den Betrieb. Als Literaturwissenschaftlerin, Kulturpublizistin und Kuratorin hat sie viel Erfahrung in der Leitung von Kulturprojekten. Seit 2017 ist sie Kuratorin im Aargauer Kuratorium (Vorsitz Literatur und Fachbereich Theater&Tanz) und seit 2021 Stiftungsrätin der Christoph-Geiser-Stiftung. Im Herbst 2021 war sie als Gastdozentin an der Universität Basel tätig.

Melissa Caflisch
Koordination und Kommunikation

Melissa Caflisch ist bei Litar für Koordination und Kommunikation zuständig. Nach dem Studium der Japanologie war sie in den letzten Jahren für die Öffentlichkeitsarbeit mehrerer kultureller Institutionen verantwortlich, etwa dem Festival CULTURESCAPES und zuletzt bei den Festspielen Zürich. Neben ihrem Engagement für Litar arbeitet sie für das Völkerkundemuseum der Universität Zürich.

Nicole Schmid
Assistenz

Nicole Schmid ist Assistentin im Projekt «litafrika» und im laufenden Betrieb von Litar. Neben ihrem Engagement für Litar ist sie im interkulturellen Verein voCHabular tätig. Während ihres Studiums der Literaturwissenschaft hat sie im Strauhof bereits diverse Einblicke in die Konzeption, Umsetzung und Kommunikation von Literaturausstellungen und -veranstaltungen erhalten. 

Fotos Team: Ayse Yavas