Porträt

Litar entwickelt und fördert Projekte in den Bereichen Literatur, literarische Übersetzung und Medien. Litar will Akzente setzen, Neues entdecken und wenig Bekanntes ins Gespräch bringen. Dazu arbeitet Litar mit thematischen Schwerpunkten: Die Programme laufen über mehrere Jahre und umfassen unterschiedliche Vermittlungsformate wie Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen. Die Projekte werden allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen durchgeführt.

Litar ist eine gemeinnützige Stiftung, ein Hauptzweck der Stiftung ist die Förderung des Übersetzerhauses Looren im Zürcher Oberland. Seit 2020 hat Litar einen neuen Sitz in Zürich-Oberstrass. Die neue Galerie Litar bietet Raum für kleine Ausstellungen, Workshops und Veranstaltungen. Litar nimmt keine Fördergesuche entgegen.

Programme

Litar setzt auf thematische Programme, die über mehrere Jahre laufen. Das Ziel ist, Neugier zu wecken für literarische Inhalte jenseits der bekannten Pfade. In einer schnelllebigen Welt nimmt sich Litar Zeit für eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem Thema. Zeit für Vertiefung und Vernetzung, die sich regional, national und international entfalten und weit über das jeweilige Programmfeld hinaus wirken kann. 

Nachträglich aus der Gründungsgeschichte der Schweiz getilgt: Im Tagebuch (ab 1827) des in Borneo dienenden Louis Wyrsch wurden die Einträge über seine einheimische ‹Haushälterin› Ibu Silla herausgeschnitten. | Digitalisat: Bernhard C. Schär, Rechte: Staatsarchiv Nidwalden | Mehr ...

Stimmlos
Literatur und (Un-)Recht

Welche Stimmen hören wir und wem wird die Stimme versagt? Litar gibt Autorinnen und Autoren eine Stimme, die aus verschiedenen Gründen zu wenig gehört wurden. Manche waren in Anstalten interniert, administrativ versorgt oder sogar entmündigt. Andere haben sich ins Schweigen zurückgezogen und sind irgendwann verstummt. Geblieben sind schriftliche Spuren, Erzählungen und Romane, Lebensdokumente und manchmal auch bildnerische Werke. Das Programm «Stimmlos» versteht sich als ein Verstärker: Es folgt den leisen Stimmen, gibt Unerhörtem einen Raum und präsentiert Geschichten, die noch gar nicht aufgeschrieben sind.

Eine Installation in der Galerie Litar macht das Thema «Stimmlos» sinnlich erfahrbar. In einer begehbaren Zelle werden wechselnde Ausstellungen gezeigt. Es erklingen Stimmen, kombiniert mit Bildern, Fotografien und Filmen. Die Enge der Zelle lädt ein, Gedankengrenzen zu überschreiten.

Mehr Informationen zur Installation unter Galerie Litar

Stimmkünstler Friedrich Glauser 

Friedrich Glauser (1896-1938) gehört heute zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten aber hatte er Mühe, Gehör zu finden. Rund zehn Jahre – fast ein Viertel seines Lebens – in Anstalten interniert, waren Briefe sein Weg zur Aussenwelt. In ihnen entwickelte er sich zu einem Stimmkünstler, der mit tausend Zungen reden konnte. 

Zu seinem 125. Geburtstag erteilen wir Friedrich Glauser das Wort: mit der Buchpublikation Friedrich Glauser «Jeder sucht sein Paradies …» und der Installation Friedrich Glausers Zelle in der Galerie Litar. Die Installation wird aufgrund der Corona-Pandemie im Mai 2021 eröffnet.
 

Veranstaltung 

Jeder sucht sein Paradies – ein Abend zu Friedrich Glauser 

Szenische Lesung mit der Herausgeberin Christa Baumberger und den Schauspielern Isabelle Menke und Thomas Douglas. Moderation: Isabelle Vonlanthen. Die Veranstaltung zum 125. Geburtstag von Friedrich Glauser im Literaturhaus Zürich wurde aufgezeichnet. 

Link zum Video:  Youtube

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Publikation

Friedrich Glauser. «Jeder sucht sein Paradies...»
Briefe, Berichte, Gespräche
Herausgegeben von Christa Baumberger
Illustrationen von Hannes Binder
Limmat Verlag Zürich, 2021

Friedrich Glauser gehört zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts. In diesem Band kann er neu entdeckt werden: anhand von Briefen, Berichten und Gesprächsprotokollen. Unmittelbar am Puls der Ereignisse begleiten die Stimmen der Freunde, Gefährtinnen, Redaktoren, des Vaters, der Vormunde und Psychiater Friedrich Glauser durch sein Leben. Mehr als die Hälfte der Dokumente wurden noch nie publiziert, und Glausers eigene Briefe faszinieren so sehr wie seine Literatur.

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Medienecho

«Zusammen mit den reproduzierten Originalschriftstücken, Fotografien und Illustrationen von Hannes Binder ergibt sich eine spannende Collage zum Leben und Schreiben des bedeutenden Schweizer Autors.»
Michael Borrasch, Schwäbische Zeitung, 15.02.2021

«Die Zürcher Germanistin Christa Baumberger legt ein gewichtiges Lebenslesebuch vor, ein reichhaltiges Panorama seiner Korrespondenzen über ein Vierteljahrhundert ...»
Alexander Kluy, Buchkultur Magazin, 1/2021

Michael Luisier, Nicola Steiner, Franziska Hirsbrunner, SRF 1, Buchzeichen-Stammtischrunde, 09.02.2021

«Viele Stimmen zum Schweizer Schriftsteller, der Wachtmeister Studer erfunden hat, aber auch Dada konnte, kommen hier zusammen.»
Stefan Busz, züritipp, 08.02.2021

Eduard Erne, SRF Tagesschau, 04.02.2021, 125 Jahre Friedrich Glauser

«Dank des neuen Buches ‹Jeder sucht sein Paradies …› kann man Friedrich Glauser genauer sehen. Teils bislang unveröffentlichte Dokumente geben Einblick in Glausers Kampf um seine persönliche Freiheit, seinen Weg als Schriftsteller und die vielfältigen ‹Häutungsprozesse› seiner Seele.»
Franziska Hirsbrunner, SRF 2 Kultur aktuell, 04.02.2021

«Ein umfassendes Buch über Glausers enorme Textproduktion.»
Jean-Martin Büttner, Die Zeit, 03.02.2021

«Hannes Binder evoziert darin Glausers Paradiessuche (…) kongenial mit seinen Bildern.»
Charles Linsmayer, ch Media, 04.02.2021

«Ein ungemein lebendiges Zeugnis.»
Daniel Arnet, SonntagsBlick Magazin, 31.01.2021

«Ein aussergewöhnliches und minutiös recherchiertes Buch.» 
Tagblatt Zürich, 20.01.2021

 

Friedrich Glauser
Briefe und Dokumente

Ausgewählte Briefe zeigen den Stimmkünstler Friedrich Glauser. Die Briefe führen mitten hinein in das Netzwerk von Vater, Vormundschaftsbehörden, Psychiatrie und Polizei. Sichtbar wird erstmals auch ein zweites weibliches Netzwerk von Frauen, die Glauser emanzipiert und eigenständig umgeben. 
Die Reihe wird fortgeführt bis die Installation «Friedrich Glausers Zelle» eröffnet werden kann.

 

Friedrich Glauser an Elisabeth von Ruckteschell aus der Anstalt Burghölzli, Zürich

Samstag 14. Aug. 20

Für dich schreib ich das kleines Lison, weil ich allein bin und niemandem erzählen kann als dir. Es hätte keinen Sinn für mich zu schreiben. Dies ist nicht Pose oder Litteratur, sondern es ist ganz einfach so.

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Telegramm und Polizeirapport: Ausbruch aus der Irrenstation Holligen

Bern 30. Juli 1920

polizeikommando zuerich

Glauser friedrich karl, von muri, 1896, geisteskrank, sieh z.p.a. 1920 art 5103, ist letzte nacht aus der irrenstation holligen entwichen, offenbar unter mithilfe einer aeltern frauensperson namens ruckteschell aus zuerich stop

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Friedrich Glauser an Charles Glauser

Zürich den 4. März 1917

Lieber Vater

Soeben erfahre ich, dass du gedenkst mich unter Kuratel stellen zu lassen. Seit vier Wochen habe ich nichts von mir hören lassen, weil ich an einer Lungenentzündung im Spital krank lag. Es ist dies nicht meine Schuld.

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WordPlay XV (2013) © Wosene Worke Kosrof, Collection of Lawrence & Jacquelyn Fairchild, Napa, CA

«Voices of…»

Das Programm «Voices of…» blickt über die Grenzen von Europa hinaus und fragt: Was geschieht in Afrika, Asien und Lateinamerika literarisch? Sehr viel! Doch vieles wird bis heute in der Schweiz wenig wahrgenommen.

«Voices of…» gibt literarischen Stimmen aus diesen Kontinenten Raum. Es umfasst eine wachsende Anzahl an Literatur- und Übersetzungsprojekten.

 

Afrika lesen
Artikelsammlung Al Imfeld

Der Schweizer Theologe und Afrikajournalist Al Imfeld (1935-2017) war einer der ersten im deutschen Sprachraum, der sich für die Literaturen aus Afrika einsetzte und persönlichen Kontakt zu vielen Autorinnen und Autoren pflegte. Sein Nachlass befindet sich als Teil des Archivs der Missionsgesellschaft Immensee im Staatsarchiv Luzern. Als Basis für seine publizistische Arbeit legte Al Imfeld während Jahrzehnten auch eine umfangreiche Sammlung mit Artikeln zu den Literaturen des gesamten afrikanischen Kontinents an. Sie enthält Zeitungsartikel, Essays und Fachaufsätze sowie einzelne literarische Texte, Typoskripte, Briefe. Die Sammlung bietet einen breiten historischen Überblick über die Rezeption afrikanischer Literaturen in Europa von 1950 bis heute, und sie greift ein in die aktuelle Debatte zu unserem Umgang mit den Literaturen und Kulturgütern aus Afrika. Litar konnte die Artikelsammlung im Sommer 2020 übernehmen. Die Sammlung wird aktuell erschlossen.
 

Literaturmittag

Eine Gesprächsreihe zu den Literaturen aus dem afrikanischen Kontinent. Jeder «Literaturmittag» hat einen Gast und einen thematischen Schwerpunkt. Als Werkstattgespräche begleiten sie die laufende Erschliessung. Bereits zu Gast waren die Literaturvermittlerin Chudi Bürgi und der Filmemacher Mischa Hedinger.

Die Runde ist offen, Gäste sind herzlich willkommen. Anmeldung unter: info@litar.ch

Die Literaturmittage finden bis auf Weiteres als Online-Veranstaltung statt. Sobald es die Situation erlaubt, laden wir wieder zur Tafelrunde mit Speis und Trank bei Litar ein.

Nächste Termine:
Mo 15. März 2021 – mit Literaturwissenschaftlerin Ana Sobral zu Literaturen unabhängiger afrikanischer Nationen von 1960 bis 1990.
Di 30. März 2021 – mit Autorin Maaza Mengiste zu Archiven als literarische Inspiration.
 

Einblicke

Die Serie «Einblicke» präsentiert ausgewählte Dokumente aus der Sammlung Al Imfeld und beleuchtet in kurzen Interviews aktuelle Themen rund um die Literaturen aus Afrika.

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Vierzig Jahre Vermittlung und Übersetzung afrikanischer Literaturen

Die Frankfurter Buchmesse 1980 als Wendepunkt? Der Artikel von Al Imfeld und Gerd Meuer ist ein Fund aus dem Archiv. Die Literaturvermittlerin Chudi Bürgi spannt im Gespräch einen weiten Bogen von den Anfängen 1980 bis zur gegenwärtigen Förderlandschaft.

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Damian Le Bas, Crisis Time / Refugee Could Be You Could Be Me, 2016 | Foto: Kai Dikhas, Diego Castellano Cano

Weltenweit 
Literatur der Jenischen, Sinti und Roma

Jenische und Sinti sind, im Unterschied zu den Roma, seit 2016 als nationale Minderheiten der Schweiz anerkannt. Ihre Kultur ist reich – doch kaum bekannt. Unter dem Titel Weltenweit rückt Litar seit 2019 die Literatur und Kultur der Jenischen, Sinti und Roma in den Mittelpunkt. In Kooperation mit weiteren Institutionen finden Veranstaltungen an vielen Orten in der Schweiz und in Österreich statt. Lesungen, Lehrveranstaltungen, Podien sowie literarische Spaziergänge und künstlerische Performances erschliessen neue literarische Welten. Kulturtage und Märkte ermöglichen Begegnungen auf Augenhöhe und bieten Einblick in die Sprache und Alltagskultur der Jenischen, Sinti und Roma heute. Mehr...
 

Lesereihe Weltenweit

Eine Sammlung mit Literatur der Jenischen, Sinti und Roma. 
Jeder Eintrag stellt ein Buch, eine Geschichte oder ein Gedicht vor. Die Sammlung zeigt den Reichtum und die Vielfalt dieser Literaturen. Falls Sie weitere Entdeckungen haben, so freuen wir uns über eine Mitteilung auf: info@litar.ch

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Jovan Nikolić: Zimmer mit Rad | Gedichte und Prosa

«Der Band liegt leicht in der Hand, hat schweren, wunderbaren und partiell auch ironischen Inhalt - und macht reich.»

Lesetipp von Viviane Egli, Redakteurin Literaturzeitschrift orte

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Mariella Mehr: Cerberus – Vor deiner Tür | Gedichte

«Mit ihrer sprachlichen Urgewalt trifft sie mich mitten ins Herz.»

Lesetipp von Lilly Friedrich, Schauspielerin

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Georgi Parushev: Irrenhaus für Zigeuner | Gedicht

«Georgi Parushev schreibt über die furchtbare Psychiatrie aus der Sicht eines bulgarischen Roma-Dichters.»

Lesetipp von Wilfried Ihrig, Herausgeber «Moderner Poesie-Atlas der Roma und Sinti»

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Ilija Jovanović: Bündel – Vom Wegrand – Mein Nest in deinem Haar | Gedichte

«Seine Gedichte entführen die Leserschaft in die Welt, in der er als Rom in Serbien aufgewachsen ist.»

Lesetipp von Melitta Depner, Übersetzerin

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Olimpio Cari: Unterwegs. Spuren einer Zigeunerkindheit

«Eine Kindheit wie die geliebten reifen Hagebutten: süss und herb zugleich.»

Lesetipp von Regina Füchslin, Redakteurin Literaturzeitschrift orte

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6
Ruždija Sejdović und Nebojša Lujanović | Prosa
Moderner Poesie-Atlas der Sinti und Roma | Anthologie

«Perlen der Roma-Literatur.»

Lesetipps von Jovan Nikolić, serbischer Rom, Autor

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7
Das Buch der Ränder: Roma-Lyrik aus Ungarn | Anthologie

«Das kleine Buch der Ränder. Roma-Lyrik aus Ungarn spricht mir aus der Seele.»

Lesetipp von Anita Awosusi, Sintezza aus Deutschland. Autorin, Musikerin und Bürgerrechtlerin

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8
Simone Schönett: Andere Akkorde | Roman

«Die Utopie eines Roma-Staates ohne Territorium – Spannend und hoffnungsfroh, wenngleich nicht alles gelingt…»

Lesetipp von Heidi Schleich, Linguistin, Autorin von Das Jenische in Tirol

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9
Clo Meyer: Unkraut der Landstrasse | Historische Studie

«Ein ungewöhnliches Werk über die jenische Volksgruppe»

Lesetipp von Willi Wottreng, Schriftsteller und Geschäftsführer Radgenossenschaft der Landstrasse

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10
Jenische Reminiszenzen. Geschichte(n), Gedichte | Anthologie

«Eine gelungene Mischung aus Geschichte, Geschichten und Gedichten, begleitet von historischen Bildern und Fotos.»

Lesetipp von Heidi Schleich, Linguistin, Autorin von Das Jenische in Tirol

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11
Diana Norma Szokolyai: Unter demselben Mond | Gedicht

«Eine stille Empfindung von Aufgehobensein inmitten einer vom Mondlicht umarmten Gemeinschaft.»

Lesetipp von Ulrich Janetzki, Herausgeber Moderner Poesie-Atlas der Roma und Sinti

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12
Djiparmissa. Klassische deutsche Gedichte auf Romanes

«Als würde man ein volkstümliches Lied als Jazz Waltz interpretieren.»

Lesetipp von Dotschy Reinhardt, Sängerin, Autorin, Sinteza

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13
József Holdosi: Die gekrönten Schlangen | Roman

«Farbenprächtige Prosakunst, magischer Realismus aus Europa.»

Lesetipp von Karl-Markus Gauß, Schriftsteller und Herausgeber der Zeitschrift Literatur und Kritik

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14
Jo Mihaly: Michael Arpad und sein Kind / Hüter des Bruders | Romane

«Das Leben der Fahrenden in der Zwischenkriegszeit, ihre Sorgen und Nöte sowie ihr ‹innerer Reichtum› vor rund 100 Jahren.»

Lesetipp von Martin Dreyfus, Lektor

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15
Werner Kofler: Tiefland, Obsession | Prosastück

«Werner Kofler hat mit dem dreizehnseitigen Prosa-Text den zwangsverpflichteten, inhaftierten, internierten, ermordeten Roma und Sinti ein literarisches Denkmal gesetzt.»

Lesetipp von Simone Schönett, Schriftstellerin

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16
Edward Dębicki: Totenvogel | Erinnerungen

«Menschenliebe ist das zentrale Thema dieses ungemein anschaulichen Tatsachenberichts, den man atemlos, in höchster Spannung liest.»

Lesetipp von Erich Hackl, Schriftsteller

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17
Willi Wottreng: Zigeunerhäuptling | Biografie

«Ein Panoramaüberblick über das Volk der Jenischen.»

Lesetipp von Daniel Huber, Präsident der Radgenossenschaft

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18
Samuel Mago und Mágó Károly: Glücksmacher – e baxt romani. Kurzgeschichten aus der Welt der Roma

«Selbstbestimmte Geschichten, die von Hoffnung und Glück erzählen, ohne sich dabei in Stereotypen und Stigmatisierung zu verlieren.»

Lesetipp von Katharina Graf-Janoska, Autorin und Redakteurin mit Roma-Wurzeln

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19

Katharina Janoska: KriegsROMAn. Die Geschichte einer Familie

«Gute Bücher möchte ich in zwei Kategorien einteilen: Ankerbücher und Bojenbücher. Der KriegsROMAn von Katharina Janoska ist beides zugleich.»

Lesetipp von Jakob Michael Perschy, Autor und Bibliotheksleiter

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20

Robert Domes: Nebel im August. Die Lebensgeschichte des Ernst Lossa | Jugendbuch

«Gut informiert beschreibt der Autor den Lebensmut des Ernst Lossa.»

Lesetipp von Ursulina Gruber, Jenische und Berufsschullehrerin.

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21

Engelbert Wittich: Kasper als Diener | Kasperlstück

«Dieses von einem Jenischen publizierte Kasperlstück erlebte wohl manche Aufführung in bürgerlichen Kinderstuben.»

Lesetipp von Venanz Nobel, jenischer Menschenrechtler und Aktivist.

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22

Jeanette Nussbaumer: Die Kellerkinder von Nivagl – Die Geschichte einer Jugend | Autobiografie

«Das Buch ermöglichte mir, ihre Kindheit und Jugendzeit hautnah mitzuerleben.»

Lesetipp von Martina Rieder, Filmemacherin

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23

Ceija Stojka: Auschwitz ist mein Mantel. Bilder und Texte | Monografie

«Der Titel des Buches, der auch Titel eines ihrer Gedichte ist, berührt mich ganz besonders.»

Lesetipp von Kathrin Krahl, Soziologin

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24

Albert Minder: Die Korber-Chronik: aus dem Wanderbuch eines Heimatlosen | Autobiografie

«Das Buch berichtet ungeschminkt von einer armen, proletarischen Kindheit in einer Schweizer Kleinstadt der achtziger und neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts.»

Lesetipp von Charles Linsmayer, Literaturhistoriker und Herausgeber

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25

Mariella Mehr: Daskind – Brandzauber – Angeklagt | Romantrilogie

«Sie sind das Herzstück des breiten Werkes von Mariella Mehr.»

Lesetipp von Corina Caduff, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin

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26

Auf der Milchstrasse fahren wir davon. Lyrik von Roma, Sinti und Jenischen. Orte Nr. 201 | Literaturzeitschrift

«Weit von Touristenfolklore entfernt ist die bildgewaltige, metaphernreiche, barock anmutende Lyrik des Ungarn Károly Bari.»

Lesetipp von Anne-Marie Kenessey, Lyrikerin und Lyrikübersetzerin

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27

Ceija Stojka: Wir leben im Verborgenen. Aufzeichnungen einer Romni zwischen den Welten | Autobiografie

«Ceija Stojka lässt uns in ihren Erinnerungen teilhaben an ihrer ganz besonderen Art, jeder Unerträglichkeit genau damit zu begegnen: Güte.»

Lesetipp von Michèle Minelli, Schriftstellerin

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28

Katarina Taikon: Katitzi | Kinderbuchreihe in 13 Bänden

«Katitzi kommt erst mit sieben Jahren aus einem Kinderheim ins Lager des Vaters und muss lernen, was es bedeutet, ‹Zigeunerin› zu sein.»

Lesetipp von Ute Wolters, Studienrätin a.D. und Rezensentin für Kinder- und Jugendliteratur

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29

Tamás Jónás: Geröll. Gedichte

«Die Gedichte sind eindringlich und nüchtern zugleich, bei ihm wird Alltägliches mit schonungsloser Ehrlichkeit zu Literatur verwoben.»

Lesetipp von Anne-Marie Kenessey, Lyrikerin und Lyrikübersetzerin

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30

Kujtim Paçaku: Zuerst nageln sie mir den Mund fest zu | Gedicht

«Ein Gedicht, welches die Realität der Roma in Kosovo einfängt.»

Lesetipp von Angela Mattli, Kampagnenleiterin bei der Gesellschaft für bedrohte Völker

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31

Ronald Lee: Verdammter Zigeuner | Roman

«Das Feuer eines unerbittlichen Kampfes lodert in Ronald Lees Sätzen, die messerscharf sind.»

Lesetipp von Maryse Sablonier, angehende Buchhändlerin

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32

Matéo Maximoff: Die Ursitory | Roman

«Maximoffs Roman ist Märchen, Heldenepos und Entwicklungsroman in einem.»

Lesetipp von Nina Debrunner, Literatur- und Musikwissenschaftlerin

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33

Mariella Mehr, Simone Schönett, Károly Bari | La Revue de belles-lettres

«Le dossier propose en écho aux textes de Mariella Mehr un archipel fraternel.»

Lesetipp von Christa Baumberger, Leiterin Litar

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Agenda

Fr 26. bis So 28. Februar 2021
ONLINE | Kooperationsveranstaltung
Tage südosteuropäischer Literatur
Literaturhaus Zürich 

Jeweils im Februar lädt das Literaturhaus zu einem Festival, das sich der Literatur eines Landes oder einer Region widmet. Dieses Jahr liegt der Fokus auf Südosteuropa und die Veranstaltungen finden ausschliesslich online statt. Litar ist Kooperationspartner der aktuellen Ausgabe.

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Mo 15. März 2021 | 13.30-14.30 Uhr
ONLINE | Afrika lesen
Literaturmittag mit Ana Sobral
Litar Zürich

Literaturen unabhängiger afrikanischer Nationen von 1960 bis 1990. Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Ana Sobral.

Anmeldung und Link: info@litar.ch 

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Di 30. März 2021 | 17.00-18.00 Uhr
ONLINE | Afrika lesen
Literaturmittag mit Maaza Mengiste
Litar Zürich

Frauen in der Literatur und Archive als literarische Inspiration. Gespräch mit der äthiopisch-US-amerikanischen Autorin Maaza Mengiste.

Anmeldung und Link: info@litar.ch 

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Di 20. April 2021 | 12.15 Uhr
Kooperationsveranstaltung
30 Minuten mit Nicole Schmid & Mariama Seck
Strauhof Zürich

Ein von Archivmaterial ausgehendes Gespräch über die Anliegen, Kämpfe und Errungenschaften der beiden Schwarzen Pionierinnen Paulette Nardal Flora Nwapa anlässlich der aktuellen Ausstellungen «Iris von Roten – Frauen im Laufgitter» im Strauhof Zürich.

Anmeldung: vermittlung@strauhof.ch

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Vergangene Veranstaltungen finden Sie hier.

Galerie Litar

Die Galerie Litar zeigt wechselnde Ausstellungen und bietet Raum für Veranstaltungen in überschaubarem Rahmen. Der kubische Anbau einer ehemaligen Malerwerkstatt in Zürich-Oberstrass ergänzt den Sitz von Litar. Die grosse Fensterfront, die sich vollständig öffnen lässt, ist unser Fenster zur Welt und soll Tor zu uns sein fürs Quartier und für alle.

Galerie Litar © Zeljko Gataric

Die Zelle

In der Galerie Litar wird im Zuge des Programmes «Stimmlos» eine Einzelzelle errichtet. Es handelt sich um eine skulpturale Installation. Diesen Raum im Raum betritt man einzeln oder zu zweit, und in wechselnden Ausstellungen geschieht immer wieder etwas anderes: Es erklingen Stimmen von Autor*innen, Foto- oder Videoprojektionen werden gezeigt, Originalbilder oder ein besonderes Buch präsentiert. Die Zelle lässt erahnen, was es bedeutet, aus- oder eingeschlossen und der eigenen Ausdrucksmöglichkeit beraubt zu sein. Gleichzeitig gibt die Zelle jenen Personen ihre Stimme zurück, die in unterschiedlicher Weise marginalisiert wurden. Die Zelle ist ein Klangraum für diese vielfältigen Stimmen.

Die Zelle wird von Klauser Lienhard Design Studio gestaltet.

Friedrich Glausers Zelle

Heute gehört er zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts: Friedrich Glauser (1896–1938). Zu Lebzeiten aber hatte er Mühe, Gehör zu finden. Lange Jahre in psychiatrischen Anstalten und im Gefängnis eingeschlossen, waren Briefe der einzige Kontakt zur Aussenwelt.

Die begehbare Installation «Friedrich Glausers Zelle» gibt dem Autor eine Stimme und ermöglicht zu seinem 125. Geburtstag eine persönliche Begegnung. Unmittelbar am Puls der Ereignisse hört man Friedrich Glauser und viele seiner Weggefährten sprechen, darunter Freunde und Gefährtinnen, Redakteure, den Vater, die Vormunde, Psychiater und Polizisten. Die enge Zelle lässt erahnen, was es bedeutet interniert zu sein. Begleitend sind in der Galerie Litar originale Schabkartonzeichnungen des Illustrators Hannes Binder zu sehen. Inspiriert von den Briefen des Autors, zeigen sie die Weite von Glausers Gedankenwelt.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung: Tête-à-têtes mit Glauser-Kenner*innen, ein Schreibworkshop und Spaziergänge auf Glausers Spuren durch das Quartier.

Eröffnung voraussichtlich im Mai 2021, sobald es die Pandemie-Situation zulässt.  

Trouvaille

Litar geht auf literarische Spurensuche.

Plakate und Aufschriften genauso wie Kunst im Stadtraum sind für alle sichtbar – und bleiben doch häufig unbemerkt. Litar zeigt ausgewählte Schriftbilder und Sprachkunst aus dem öffentlichen Raum. Die Trouvaillen werden in loser Folge auf der Webseite von Litar präsentiert. Die Fotoserien werden begleitet von einem kurzen Text.

Haben auch Sie ein Schriftbild im öffentlichen Raum entdeckt? Teilen Sie uns Ihre Trouvaille mit auf info@litar.ch.

Katharina Cibulka: Solange | Courtesy the artist, 2020, Fotos: Florian Biber, Katharina Cibulka, Bernd Hofbauer

Katharina Cibulka «Solange» | Wien, Innsbruck, Rabat

200 bis 400 Quadratmeter gross ist das Kunstwerk der österreichischen Künstlerin Katharina Cibulka (*1975), und ähnlich gross sind auch die gesellschaftlichen Missstände, wenn es um die Gleichberechtigung der Geschlechter geht. Die Schweiz hat in Sachen Gleichberechtigung bis heute Aufholpotenzial. Gerade einmal fünfzig Jahre sind es her, dass mann den Frauen das Stimmrecht zugestanden hat. Hat sich das Problem seither erledigt? Nein! meinen die über 500 000 Demonstrantinnen, die am zweiten Schweizer Frauenstreik 2019 auf die Strasse gingen. Es gibt noch viel zu tun!

(Wie lange) müssen wir uns noch für Gleichberechtigung einsetzen oder haben wir den Gipfel der Emanzipation bereits erreicht? Für das interaktive Kunstprojekt «Solange» hat Katharina Cibulka unzählige Personen zum Thema Feminismus befragt. Statt zum Megaphon greift die Künstlerin zum Kabelbinder und stickt ihre Slogans im klassischen Kreuzstich auf die Gerüstnetze von Grossbaustellen rund um die Welt:

Solange Macht dazu verführt, Frauen zu missbrauchen, bin ich Feminist.

Solange Gott einen Bart hat, bin ich Feminist.

Solange Frauenpower als Energiequelle unterbewertet ist, bin ich Feministin.

Die riesigen Botschaften prangen unübersehbar in den Stadtzentren von Wien, Innsbruck, Rabat (Marokko) und an vielen weiteren Orten: Es sind klare Ansagen, gespickt mit pointiertem Wortwitz und Humor. Sie legen gesellschaftliche Machtstrukturen offen und regen zur Diskussion an. Das Jubiläumsjahr 2021 ist der perfekte Zeitpunkt, um das Kunstprojekt endlich auch in der Schweiz zu zeigen. Denn 50 Jahre Frauenstimmrecht Schweiz genügen nicht. Die Frage steht noch immer im Raum: (Wie lange) bist du Feministin? Solange … 

«Solange» wurde bereits an 14 Orten gezeigt, nur in der Schweiz noch nie. Falls Sie eine geeignete Baustelle kennen, so schreiben Sie an: info@litar.ch oder Instagram: @solange_theproject  

Weitere Informationen: katharina-cibulka.com

Thomas Hirschhorn
«Robert Walser-Sculpture» | Biel

Robert Walser anders lesen: Thomas Hirschhorn (*1957) machte es im Sommer 2019 möglich. Er baute in Biel aus Sperrholz, Klebband und mit unzähligen Walser-Texten eine «Robert Walser-Sculpture». Eine einzigartige Hommage an den grossen Bieler Autor. 

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Lawrence Weiner
«Ball bearings or round stones …» | Zürich

Der US-amerikanische Konzeptkünstler Lawrence Weiner (*1942) setzt Gedanken, Beine und Steine in Bewegung. Das dreisprachige Werk befindet sich an drei öffentlichen Plätzen in Zürich. Es bringt die Ziele von Litar anschaulich zum Ausdruck.

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Kontakt

Die Stiftung Litar hat in Zürich-Oberstrass ihren Sitz, an der Letzistrasse 23, 8006 Zürich. In einer ehemaligen Malerwerkstatt untergebracht, zentral und doch ruhig gelegen und umgeben von alten Bäumen, ist es der ideale Ort für die konzentrierte Arbeit an Projekten. Regelmässig finden bei Litar Veranstaltungen für ein überschaubares Publikum statt: Soireen, Workshops und Ausstellungen.

Litar ist erreichbar: 
- vom Hauptbahnhof Zürich mit Tram 10 (zehn Minuten) 
- vom Bellevue-Platz Zürich mit Tram 9 (zehn Minuten) 
- vom Flughafen Zürich mit Tram 10 (zwanzig Minuten) 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Litar © Zeljko Gataric

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Litar

Letzistrasse 23, CH-8006 Zürich
Telefon +41 44 291 99 00
info@litar.ch
www.litar.ch

 

Team

Christa Baumberger
Leitung

Christa Baumberger, Dr. phil., leitet seit 1. März 2018 Litar. Sie verantwortet das Programm und leitet den Betrieb. Als Literaturwissenschaftlerin, Kulturpublizistin und Kuratorin hat sie viel Erfahrung in der Leitung von Kulturprojekten, dazu gehören Publikationen, Ausstellungen und Veranstaltungen. Von 2009 bis 2018 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin am Schweizerischen Literaturarchiv der Nationalbibliothek.

Melissa Caflisch
Koordination und Kommunikation

Melissa Caflisch ist bei Litar für Kommunikation und Koordination zuständig. Nach dem Studium der Japanologie war sie in den letzten Jahren für die Öffentlichkeitsarbeit mehrerer kultureller Institutionen verantwortlich, etwa dem Festival CULTURESCAPES und zuletzt bei den Festspielen Zürich. Neben ihrem Engagement für Litar arbeitet sie für das Völkerkundemuseum Zürich.

Nicole Schmid
Projektmitarbeit «Afrika lesen»

Nicole Schmid ist Mitarbeiterin im Projekt «Afrika lesen» und erschliesst die Artikelsammlung von Al Imfeld. Neben ihrem Engagement für Litar ist sie für das Schauspielhaus Zürich tätig. Sie hat Literaturwissenschaft studiert und bereits in diversen Kulturinstitutionen in der Schweiz und im Ausland als Praktikantin mitgearbeitet, vom Strauhof Zürich bis zum Goethe-Institut Chicago.

© Ayse Yavas