Vernissage «Friedrich Glausers Zelle». Galerie Litar, Zürich-Oberstrass, 28. Mai 2021, © Ayse Yavas

Friedrich Glausers Zelle | Galerie Litar, Zürich
28. Mai bis 10. Juli 2021

Heute gehört er zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts: Friedrich Glauser (1896–1938). Zu Lebzeiten aber hatte er Mühe, Gehör zu finden. Lange Jahre in psychiatrischen Anstalten und im Gefängnis eingeschlossen, waren Briefe der einzige Kontakt zur Aussenwelt.

Die begehbare Installation «Friedrich Glausers Zelle» gab dem Autor eine Stimme und ermöglichte zu seinem 125. Geburtstag eine persönliche Begegnung. Unmittelbar am Puls der Ereignisse hörte man Friedrich Glauser und viele seiner Weggefährten sprechen, darunter Freundinnen, Vormunde, Psychiater und Anstaltsdirektoren. Die enge Zelle liess erahnen, was es bedeutet interniert zu sein. Begleitend waren in der Galerie Litar Zeichnungen des Illustrators Hannes Binder zu sehen. Inspiriert von den Briefen des Autors, zeigten sie die Weite von Glausers Gedankenwelt.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm begleitete die Ausstellung: Tête-à-têtes mit Glauser-Kenner*innen, ein Glauser-Spaziergang durch Zürich-Oberstrass mit Martin Dreyfus und ein Werkstattgespräch mit Hannes Binder.

Installation: 28. Mai – 10. Juli 2021

Kuratorin: Christa Baumberger, Litar 
Zeichnungen: Hannes Binder
Szenografie:  Klauser Lienhard Design Studio
Stimmen: Isabelle Menke, Thomas Douglas
Audio und Montage: Fabian Sturzenegger
Tête-à-têtes: Lionel Felchlin, Übersetzer; Ursula Hasler, Autorin; Marco Neuhaus, editorischer Mitarbeiter; Sabine Rufener, Illustratorin; Helmut Vogel, Schauspieler, und Christa Baumberger, Kuratorin | Herausgeberin

Programmflyer: Download

 

Medienecho

«Besser und gründlicher kann man sich derzeit nicht über den Schriftsteller Friedrich Glauser (1896-1938) informieren. Die Germanistin Christa Baumberger stellt das bewegte Leben des Autors, der neun Jahre in der Psychiatrie und Gefängnissen zubrachte, anhand zahlreicher Dokumente vor, von denen mehr als die Hälfte noch nie publiziert wurden. (…) Die Galerie Litar zeigt ergänzend die Installation ‹Friedrich Glausers Zelle›.» Manfred Papst, NZZ am Sonntag, 23.05.2021

«Am besten kommt man allein in die Ausstellung. Eine Viertelstunde könnte für einen Besuch genügen. Und doch: Diese Ausstellung ist so ziemlich das Beste, was Glauser in dieser Zeit passieren kann. Und auch uns.» Stefan Busz, Tages-Anzeiger, 25.05.2021

«Zwischen psychiatrischen Kliniken und der Fremdenlegion bietet Glauser die grosse Erzählung eines Zerrissenen, der aus seinen Abgründen heraus versuchte, sich Gehör zu  verschaffen.» Jan Strobel, Tagblatt der Stadt Zürich, 16.06.2021