Stimmlos
Literatur und (Un)Recht

Welche Stimmen hören wir und wem wird die Stimme versagt? Litar gibt Autorinnen und Autoren eine Stimme, die aus verschiedenen Gründen zu wenig gehört wurden. Manche waren in Anstalten interniert, administrativ versorgt oder sogar entmündigt. Andere haben sich ins Schweigen zurückgezogen und sind irgendwann verstummt. Geblieben sind schriftliche Spuren, Erzählungen und Romane, Lebensdokumente und manchmal auch bildnerische Werke. Das Programm «Stimmlos» versteht sich als ein Verstärker: Es folgt den leisen Stimmen, gibt Unerhörtem einen Raum und präsentiert Geschichten, die noch gar nicht aufgeschrieben sind.


Publikationen

«Die Verschwundene»

Eine krimiartige Novelle von Friedrich Glauser
Mit einem Nachwort von Christa Baumberger
Illustrationen von Sabine Rufener 

Der Schweizer Chemiker Johann Furrer fühlt sich von einer Frau magisch angezogen. Die Anziehungskraft ist gegenseitig. Als Furrer einige Tage geschäftlich verreist, ist die Geliebte bei seiner Rückkehr spurlos verschwunden. Eine krimiartige Novelle mit aktuellen Bezügen. (sjw.ch)

«Die Verschwundene»
SJW-Heft
Mit einem Nachwort von Christa Baumberger
Illustrationen von Sabine Rufener
SJW Schweizerisches Jugendschriftenwerk, Zürich, 2021
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Friedrich Glauser. « Chachun cherche son paradis… »
Correspondance choisie

Ins Französische übersetzt von Lionel Felchlin
Herausgegeben von Christa Baumberger und Lionel Felchlin
Illustrationen von Hannes Binder 

Glauser était un épistolier hors pair. En témoigne un riche legs de lettres, adressées à un grand nombre de correspondants : son père, les autorités tutélaires, le psychanalyste et ami Max Müller, sa fiancée Berthe Bendel, son amie maternelle Martha Ringier ou encore divers rédacteurs de journaux et de revues des années 1930 auprès de qui Glauser tenta de placer ses textes. Ces lettres sont des témoignages biographiques importants : elles documentent une vie d’écrivain compliquée et mouvementée qui fascine jusqu’à nos jours un large public, précisément en raison de ses ambivalences. Elles ont aussi une valeur artistique à part entière : bien au-delà de l’intérêt biographique, elles donnent un excellent aperçu de l’atelier d’un écrivain. Car dans ses lettres, Glauser s’exprime en détail sur tous les aspects de son travail : ses lectures (en particulier la littérature française), la production littéraire suisse, les espoirs de reconnaissance, la recherche des personnages, l’angoisse de la page blanche et les soucis d’argent – tous ces thèmes et bien d’autres encore sont évoqués sans détour dans les lettres. Glauser s’y révèle un maître de la nuance : selon le correspondant, il endosse un nouveau rôle, change prestement de sujet et de ton. Pour le lecteur d’aujourd’hui, cela rend la lecture des lettres savoureuse aussi bien du point de vue du contenu que du style. (enbas.net)

Friedrich Glauser. « Chacun cherche son paradis... »
Correspondance choisie
Ins Französische übersetzt von Lionel Felchlin
Herausgegeben von Christa Baumberger und Lionel Felchlin
Illustrationen von Hannes Binder
Édition d'en bas, Lausanne, 2021
Info und Bestellung

 


Friedrich Glauser. «Jeder sucht sein Paradies…»
Briefe, Berichte, Gespräche

Herausgegeben von Christa Baumberger
Illustrationen von Hannes Binder 

Friedrich Glauser, geboren am 4. Februar 1896 in Wien, gehört zu den wichtigsten Schweizer Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu seinem 125. Geburtstag taucht der vorliegende Band tief ein in die Welt des Autors in Form von Briefen – darunter zahlreiche Neufunde –, Berichten, literarischen und psychiatrischen Gutachten und Dokumenten.

«Jeder sucht sein Paradies» entfaltet eine Collage aus unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen Stimmen, die Glauser in seiner ganzen Komplexität der Zeit-, Schaffens- und Lebensumstände zeigen. Mehr als die Hälfte der Dokumente sind unpubliziert, insbesondere die Gesprächsprotokolle des Vormunds: Hier hört man erstmals Glauser sprechen, unverstellt und unmittelbar am Puls der Ereignisse. Glausers Werk, das bis heute nichts von seiner Aktualität und literarischen Kraft eingebüsst hat, ist erwachsen aus den schwierigen Lebensumständen, dem Netzwerk aus Psychiatrie, Polizei, Behörden ebenso wie den Anstaltsaufenthalten, der Flucht in die Fremdenlegion und den Verstrickungen in die Morphiumsucht..

Friedrich Glauser. «Jeder sucht sein Paradies...»
Briefe, Berichte, Gespräche
Herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort von Christa Baumberger
Unter Mitarbeit von Marco Neuhaus 
Illustrationen von Hannes Binder
Limmat Verlag Zürich, 2021
Info und Bestellung

 

Medienecho

«Eine unbedingte Empfehlung.»
Nora Eckert, literaturkritik.de, 13.04.2021

«Einen wunderbaren Thesaurus zu Glauser mit großartigen Graphiken von Hannes Binder (wer sonst?) hat die Zürcher Literaturwissenschaftlerin Christa Baumberger zusammengestellt: Über 500 Seiten Briefe und Dokumente, fast die Hälfte davon unveröffentlicht.»
Thomas Wörtche, culturmag.de, 01.04.2021

«‹Jeder sucht sein Paradies…› zeigt die widersprüchlichen Gesichter des Schriftstellers Friedrich Glauser.»
Rolf Hürzeler, kulturtipp 5, 2021

«Die Herausgeberin hat Glausers Korrespondenz chronologisch angeordnet und in einzelne Kapitel unterteilt, vor denen jeweils Einleitungen angebracht sind. Ansonsten stehen die Briefe für sich. Gerade deshalb lassen sie sich auf ganz unterschiedliche Weise lesen.»
Valerio Meuli, WOZ - Die Wochenzeitung, 11.03.2021

«Zusammen mit den reproduzierten Originalschriftstücken, Fotografien und Illustrationen von Hannes Binder ergibt sich eine spannende Collage zum Leben und Schreiben des bedeutenden Schweizer Autors.»
Michael Borrasch, Schwäbische Zeitung, 15.02.2021

«Die Zürcher Germanistin Christa Baumberger legt ein gewichtiges Lebenslesebuch vor, ein reichhaltiges Panorama seiner Korrespondenzen über ein Vierteljahrhundert ...»
Alexander Kluy, Buchkultur Magazin, 1/2021

Michael Luisier, Nicola Steiner, Franziska Hirsbrunner, SRF 1, Buchzeichen-Stammtischrunde, 09.02.2021

«Viele Stimmen zum Schweizer Schriftsteller, der Wachtmeister Studer erfunden hat, aber auch Dada konnte, kommen hier zusammen.»
Stefan Busz, züritipp, 08.02.2021

Eduard Erne, SRF Tagesschau, 04.02.2021, 125 Jahre Friedrich Glauser

«Dank des neuen Buches ‹Jeder sucht sein Paradies …› kann man Friedrich Glauser genauer sehen. Teils bislang unveröffentlichte Dokumente geben Einblick in Glausers Kampf um seine persönliche Freiheit, seinen Weg als Schriftsteller und die vielfältigen ‹Häutungsprozesse› seiner Seele.»
Franziska Hirsbrunner, SRF 2 Kultur aktuell, 04.02.2021

«Ein umfassendes Buch über Glausers enorme Textproduktion.»
Jean-Martin Büttner, Die Zeit, 03.02.2021

«Hannes Binder evoziert darin Glausers Paradiessuche (…) kongenial mit seinen Bildern.»
Charles Linsmayer, CH Media, 04.02.2021

«Ein ungemein lebendiges Zeugnis.»
Daniel Arnet, SonntagsBlick Magazin, 31.01.2021

«Ein aussergewöhnliches und minutiös recherchiertes Buch.» 
Tagblatt Zürich, 20.01.2021

 


Die Abbildung zur Reihe «Stimmlos» wurde freundlicherweise vom Historiker Bernhard C. Schär zur Verfügung gestellt. Sie stammt aus einem Buchbeitrag zu Ibu Silla, der Mutter des ersten Schweizer Parlamentarier «of color», des Nidwaldners Alois Wyrsch. Erschienen in: «Ausgeschlossen einflussreich», heraus­gegeben von Lisia Bürgi und Eva Keller. Basel, Schwabe Verlag 2020. Der Artikel ist in gekürzter Form in der Republik vom 15. Dezember 2020 erschienen: Wie eine Frau aus Borneo die Gründung der Schweiz prägte.