Stimmlos
Literatur und (Un)Recht

Welche Stimmen hören wir und wem wird die Stimme versagt? Litar gibt Autorinnen und Autoren eine Stimme, die aus verschiedenen Gründen zu wenig gehört wurden. Manche waren in Anstalten interniert, administrativ versorgt oder sogar entmündigt. Andere haben sich ins Schweigen zurückgezogen und sind irgendwann verstummt. Geblieben sind schriftliche Spuren, Erzählungen und Romane, Lebensdokumente und manchmal auch bildnerische Werke. Das Programm «Stimmlos» versteht sich als ein Verstärker: Es folgt den leisen Stimmen, gibt Unerhörtem einen Raum und präsentiert Geschichten, die noch gar nicht aufgeschrieben sind.


Publikationen

Friedrich Glauser
«Die Verschwundene»
Novelle

Nachwort von Christa Baumberger
Illustrationen von Sabine Rufener 

Der Schweizer Chemiker Johann Furrer gerät nach seiner Rückkehr aus den französischen Kolonien in einen Strudel der Ereignisse. Als er im Hafen von Marseille von Bord geht, folgt er einer jungen Frau, die ihn magisch anzieht. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist gegenseitig. Als Furrer einige Tage geschäftlich verreisen muss, ist die Geliebte bei seiner Rückkehr jedoch spurlos verschwunden. Die krimiartige Novelle «Die Verschwundene» weist Bezüge zur aktuellen Coronapandemie auf, sie fordert dazu auf, über den Wert des Einzelnen gegenüber demjenigen der Gesellschaft zu reflektieren.

Friedrich Glauser «Die Verschwundene»
Nachwort von Christa Baumberger
Illustrationen von Sabine Rufener
SJW Schweizerisches Jugendschriftenwerk, Zürich, 2021
Info und Bestellung

 

Medienecho

«Als ein Musterbeispiel grosser Schweizer Erzählkunst hat unter Nr. 2654 Friedrich Glausers Novelle ‹Die Verschwundene› mit kongenialen Illustrationen von Sabine Rufener in die SJW-Edition Aufnahme gefunden.»
Charles Linsmayer, CH Media, 03.08.2021

«Hochaktuell und brisant ist das Schlüsselthema von ‹Die Verschwundene›: Die rasche und effiziente Bannung der drohenden Pandemie und der damit verbundenen Frage, wie sie Glauser formulierte: ‹Was ist schliesslich das Schicksal eines einzelnen im Vergleich zu der Panik einer ganzen Stadt?›»
Gallus Frei-Tomic, literaturblatt.ch, 17.05.2021

 


Friedrich Glauser 
« Chachun cherche son paradis… »
Correspondance choisie

Herausgegeben von Christa Baumberger und Lionel Felchlin
Französische Übersetzung von Lionel Felchlin
Illustrationen von Hannes Binder 

Glauser était un épistolier hors pair. En témoigne un riche legs de lettres, adressées à un grand nombre de correspondants : son père, les autorités tutélaires, le psychanalyste et ami Max Müller, sa fiancée Berthe Bendel, son amie maternelle Martha Ringier ou encore divers rédacteurs de journaux et de revues des années 1930 auprès de qui Glauser tenta de placer ses textes. Ces lettres sont des témoignages biographiques importants : elles documentent une vie d’écrivain compliquée et mouvementée qui fascine jusqu’à nos jours un large public, précisément en raison de ses ambivalences. Elles ont aussi une valeur artistique à part entière : bien au-delà de l’intérêt biographique, elles donnent un excellent aperçu de l’atelier d’un écrivain. Car dans ses lettres, Glauser s’exprime en détail sur tous les aspects de son travail : ses lectures (en particulier la littérature française), la production littéraire suisse, les espoirs de reconnaissance, la recherche des personnages, l’angoisse de la page blanche et les soucis d’argent – tous ces thèmes et bien d’autres encore sont évoqués sans détour dans les lettres. Glauser s’y révèle un maître de la nuance : selon le correspondant, il endosse un nouveau rôle, change prestement de sujet et de ton. Pour le lecteur d’aujourd’hui, cela rend la lecture des lettres savoureuse aussi bien du point de vue du contenu que du style. 

Mehr Infos: Editions d'en bas

Friedrich Glauser « Chacun cherche son paradis... »
Correspondance choisie
Ins Französische übersetzt von Lionel Felchlin
Herausgegeben von Christa Baumberger und Lionel Felchlin
Illustrationen von Hannes Binder
Édition d'en bas, Lausanne, 2021
Info und Bestellung

 

Medienecho

«Connaissez-vous Friedrich Glauser (1896-1938)? Le Georges Simenon des Suisses allemands? Pour le découvrir, on peut lire les péripéties de son inspecteur Studer ou ouvrir le volume majestueux de ses lettres qui vient de paraître aux Editions d'En Bas. Une correspondance choisie intitulée Chacun cherche son paradis, éditée par Christa Baumberger (qui signe les textes introductifs) et par le traducteur Lionel Felchlin, parsemée de fac-similés de missives et de splendides illustrations signées Hannes Binder (...), et qui donne à entendre la voix ambivalente d'un homme dont la vie mériterait un roman à la Jack London.»
MMD, Le Courrier, 02.07.2021

«Traduites pour la première fois en français, les lettres de Glauser donnent un aperçu de sa vie très turbulente entre son travail d'écrivain, sa mise sous tutelle et son addiction à la morphine.»
Steven Wyss, looren.net (Übersetzerblog), 17.06.2021

«Enfin publiée, la correspondance de Friedrich Glauser révèle un écrivain dopé à l’adrénaline. Et pas seulement. (…) Un livre dévorant aux éditions d’En Bas.»
Cécile Lecoultre, 24 heures, 05.06.2021

«Edité par Christa Baumberger et Lionel Felchlin, le volume permet d'entrer dans les coulisses d'une vie de création dans les marges et de prendre le pouls de la Suisse culturelle des années 1930.»
Lisbeth Koutchoumoff Arman, Le Temps, 15.05.2021


Friedrich Glauser
«Jeder sucht sein Paradies…»
Briefe, Berichte, Gespräche

Herausgegeben von Christa Baumberger
Illustrationen von Hannes Binder 

Friedrich Glauser, geboren am 4. Februar 1896 in Wien, gehört zu den wichtigsten Schweizer Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu seinem 125. Geburtstag taucht der vorliegende Band tief ein in die Welt des Autors in Form von Briefen – darunter zahlreiche Neufunde –, Berichten, literarischen und psychiatrischen Gutachten und Dokumenten.

«Jeder sucht sein Paradies» entfaltet eine Collage aus unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen Stimmen, die Glauser in seiner ganzen Komplexität der Zeit-, Schaffens- und Lebensumstände zeigen. Mehr als die Hälfte der Dokumente sind unpubliziert, insbesondere die Gesprächsprotokolle des Vormunds: Hier hört man erstmals Glauser sprechen, unverstellt und unmittelbar am Puls der Ereignisse. Glausers Werk, das bis heute nichts von seiner Aktualität und literarischen Kraft eingebüsst hat, ist erwachsen aus den schwierigen Lebensumständen, dem Netzwerk aus Psychiatrie, Polizei, Behörden ebenso wie den Anstaltsaufenthalten, der Flucht in die Fremdenlegion und den Verstrickungen in die Morphiumsucht.

Friedrich Glauser «Jeder sucht sein Paradies...»
Briefe, Berichte, Gespräche
Herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort von Christa Baumberger
Unter Mitarbeit von Marco Neuhaus 
Illustrationen von Hannes Binder
Limmat Verlag Zürich, 2021
Info und Bestellung

 

Medienecho

«Dieses Buch von Christa Baumberger ist eine Fundgrube an Dokumenten, ein Lesebuch und vor allem eine Einladung Friedrich Glausers Bücher (…) endlich zu lesen.»
Rainer Moritz, NDR Kultur, «Gemischtes Doppel – Literarische Neuerscheinungen», 15.06.2021

«In diesen erstaunlich zahlreichen Dokumenten – viele sind in diesem Buch erstmals abgedruckt – erhält man nun einen Blick auf einen genial-amüsanten Briefschreiber mit einem Faible zur französischen Kultur und einer Aversion gegen Schriftstellerinnen und Schriftsteller minderer Qualität.»
Salve, 03/2021

«Eine unbedingte Empfehlung.»
Nora Eckert, literaturkritik.de, 13.04.2021

«Einen wunderbaren Thesaurus zu Glauser mit großartigen Graphiken von Hannes Binder (wer sonst?) hat die Zürcher Literaturwissenschaftlerin Christa Baumberger zusammengestellt: Über 500 Seiten Briefe und Dokumente, fast die Hälfte davon unveröffentlicht.»
Thomas Wörtche, culturmag.de, 01.04.2021

«‹Jeder sucht sein Paradies…› zeigt die widersprüchlichen Gesichter des Schriftstellers Friedrich Glauser.»
Rolf Hürzeler, kulturtipp 5, 2021

«Die Herausgeberin hat Glausers Korrespondenz chronologisch angeordnet und in einzelne Kapitel unterteilt, vor denen jeweils Einleitungen angebracht sind. Ansonsten stehen die Briefe für sich. Gerade deshalb lassen sie sich auf ganz unterschiedliche Weise lesen.»
Valerio Meuli, WOZ Die Wochenzeitung, 11.03.2021

«Zusammen mit den reproduzierten Originalschriftstücken, Fotografien und Illustrationen von Hannes Binder ergibt sich eine spannende Collage zum Leben und Schreiben des bedeutenden Schweizer Autors.»
Michael Borrasch, Schwäbische Zeitung, 15.02.2021

«Die Zürcher Germanistin Christa Baumberger legt ein gewichtiges Lebenslesebuch vor, ein reichhaltiges Panorama seiner Korrespondenzen über ein Vierteljahrhundert ...»
Alexander Kluy, Buchkultur Magazin, 1/2021

Michael Luisier, Nicola Steiner, Franziska Hirsbrunner, SRF 1, Buchzeichen-Stammtischrunde, 09.02.2021

«Viele Stimmen zum Schweizer Schriftsteller, der Wachtmeister Studer erfunden hat, aber auch Dada konnte, kommen hier zusammen.»
Stefan Busz, züritipp, 08.02.2021

Eduard Erne, SRF Tagesschau, 04.02.2021, 125 Jahre Friedrich Glauser

«Dank des neuen Buches ‹Jeder sucht sein Paradies …› kann man Friedrich Glauser genauer sehen. Teils bislang unveröffentlichte Dokumente geben Einblick in Glausers Kampf um seine persönliche Freiheit, seinen Weg als Schriftsteller und die vielfältigen ‹Häutungsprozesse› seiner Seele.»
Franziska Hirsbrunner, SRF 2 Kultur aktuell, 04.02.2021

«Ein umfassendes Buch über Glausers enorme Textproduktion.»
Jean-Martin Büttner, Die Zeit, 03.02.2021

«Hannes Binder evoziert darin Glausers Paradiessuche (…) kongenial mit seinen Bildern.»
Charles Linsmayer, CH Media, 04.02.2021

«Ein ungemein lebendiges Zeugnis.»
Daniel Arnet, SonntagsBlick Magazin, 31.01.2021

«Ein aussergewöhnliches und minutiös recherchiertes Buch.» 
Tagblatt der Stadt Zürich, 20.01.2021

 


Die Abbildung zur Reihe «Stimmlos» wurde freundlicherweise vom Historiker Bernhard C. Schär zur Verfügung gestellt. Sie stammt aus einem Buchbeitrag zu Ibu Silla, der Mutter des ersten Schweizer Parlamentarier «of color», des Nidwaldners Alois Wyrsch. Erschienen in: «Ausgeschlossen einflussreich», heraus­gegeben von Lisia Bürgi und Eva Keller. Basel, Schwabe Verlag 2020. Der Artikel ist in gekürzter Form in der Republik vom 15. Dezember 2020 erschienen: Wie eine Frau aus Borneo die Gründung der Schweiz prägte.